Rohölpreise tendieren nahe Hochs verhalten seitwärts

Russland und Saudi-Arabien sind sich wohl über ihre künftige Produktionsstrategie einig. Abzuwarten bleibt, ob sich andere Ölproduzenten einreihen werden.

 

Auf neuen Dreimonatshochs haben die Rohöl-Futures den gestrigen Handelstag beendet. WTI schloss knapp unterhalb von 37 US-Dollar. Brent lag zu Handelsschluss im Bereich der 39 US-Dollar. Vergleichbare Preisniveaus hatten die Referenzsorten zuletzt Anfang März erreicht. Die Rohölpreise nehmen damit Kurs auf das interne Preisziel der OPEC+. Aus Insiderkreisen heißt es, die Ölproduzenten hätten ein Preisniveau von 40 bis 50 US-Dollar im Blick. In dieser Spanne seien die Preise hoch genug, um den Markt zu stabilisieren. Gleichzeitig wären sie niedrig genug, um die US-Schieferölförderung auszubremsen. Auf diese internen Preisüberlegungen werden die OPEC+ voraussichtlich auch ihre künftige Produktionsstrategie abstimmen. Wie gestern bekannt wurde, herrscht zwischen Saudi-Arabien und Russland bereits Einigkeit. Beide befürworten Medienberichten zufolge eine Verlängerung der laufenden Kürzungsmaßnahmen um einen Monat, also bis Ende Juli. Marktteilnehmer bleiben allerdings skeptisch, da sich einige Ölproduzenten wie Nigeria und der Irak nicht einmal an ihre bereits geltenden Kürzungsquoten halten. Es ist daher fraglich, welche Wirkung eine Verlängerung der Maßnahmen hätte. Auch bleibt abzuwarten, welcher Beschluss im Rahmen der anstehenden OPEC+-Videokonferenz gefasst wird. Beratungen waren ursprünglich für nächste Woche geplant, könnten Insiderberichten zufolge allerdings auf diese Woche vorgezogen werden.

Auch DOE-Report bleibt hinter Erwartungen zurück

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Rohölvorräte abgebaut worden, während die Produktbestände vergrößert worden sind. Das geht aus dem gestern Nachmittag veröffentlichten Wochenbericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) hervor. Damit bestätigt das DOE den vorangegangenen Bericht des American Petroleum Institute (API) in der Tendenz. Der überraschende und deutliche Abbau der US-Rohölvorräte hätte für gewöhnlich einen bullishen Impuls gesetzt. Ging das API noch von einem Rückgang um maximal 500.000 Barrel aus, sind die Rohölbestände laut DOE um 2,1 Millionen Barrel verkleinert worden. Das interpretieren Marktteilnehmer nach den importbedingten Aufbauten der Vorwoche als Zeichen für einen stabilen Ölbedarf. Doch der starke Anstieg der Produktvorräte trübt die aufkeimende Nachfragehoffnung. Dem DOE zufolge sind die US-weiten Vorräte an Destillaten um 9,9 Millionen Barrel gewachsen. Die Benzinbestände seien um 2,8 Millionen Barrel vergrößert worden. Auch die Entwicklung der Dieselnachfrage bleibt hinter den Erwartungen zurück. Laut DOE ist sie in der Berichtswoche auf den niedrigsten Stand seit 21 Jahren gefallen. Insgesamt enttäuschen die Wochenberichte von API und DOE trotz der bullishen Entwicklung der Rohölvorräte.

Am Morgen ist die Stimmung an den Terminbörsen verhalten. Die Rohölpreise bewegen sich nahe ihren gestrigen Schlusskursen auf Dreimonatshochs seitwärts. Durchwachsene US-Ölvorräte scheinen bereits eingepreist, während Marktteilnehmer auf neue Hinweise aus OPEC+-Kreisen warten. WTI wird bei 36,67 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 39,39 US-Dollar. Die Heizölpreise haben gestern ihre Vierjahrestiefs verlassen. Heute machen sie einen weiteren Satz nach oben. Im Vergleich zum Vortag legen die Preise hierzulande um durchschnittlich 19 Euro zu. Damit bewegen sie sich im Bereich ihrer Jahreshochs. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 68,02 Euro.

 

 

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