Rohölpreise tendieren vor dem Wochenende aufwärts

Noch zu Wochenbeginn befürchtete man ein Aufflammen des US-chinesischen Handelsstreits. Nun gibt ein versöhnliches Telefonat Entwarnung.

 

Mit Gewinnen werden die Rohölpreise heute voraussichtlich ins Wochenende gehen. Im Laufe der Handelswoche ist der Preis für das US-Rohöl WTI um sechs US-Dollar gestiegen. Brent wurde etwa fünf US-Dollar teurer. An den Terminbörsen machte sich mit zunehmenden Lockerungen weltweiter Corona-Maßnahmen Optimismus breit. Die Hoffnung auf eine Erholung der Marktsituation führte die Rohölpreise auf Einmonatshochs. In diesem Bereich bewegen sich die Referenzsorten auch am Morgen. Langsamer wachsende Ölvorräte und die stetig steigende Kraftstoffnachfrage in den USA bilden die Grundlage für die bullishe Stimmung unter Anlegern und Analysten. Das US-Energieministerium hatte am Mittwoch bekanntgegeben, die US-Rohölvorräte seien zuletzt um 4,6 Millionen Barrel gewachsen. Der vergleichsweise geringfügige Anstieg deutet auf eine verlangsamte Lagerbildung hin. In dieser Woche könnte sich sogar eine Trendwende ergeben. Der Informationsdienstleister Genscape hat in den vergangenen Tagen einen Rückgang der Rohölbestände im zentralen Lagerort Cushing verzeichnet. Sollte das US-Energieministerium diese Einschätzung in seinem nächsten Wochenbericht bestätigen, dürfte das die Hoffnung auf eine Normalisierung verstärken.

USA und China wollen Handelsgespräche fortsetzen

In einer Telefonkonferenz haben sich die USA und China darauf geeinigt, ihren handelspolitischen Austausch aufrechtzuerhalten. Das gab das chinesische Handelsministerium am Freitag bekannt. Stattgefunden hat das Gespräch auf hoher Ministerebene, zwischen Finanzminister Steven Mnuchin und Handelsbeauftragtem Robert Lighthizer auf US-Seite sowie Vizepremier Liu He auf chinesischer Seite. Nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums wollen beide Länder an dem im Januar unterzeichneten Teilabkommen festhalten. Zudem werde man sich um eine „verbesserte Atmosphäre“ für die Umsetzung des Abkommens und künftige Gespräche bemühen. Die Absichtserklärung hat eine beruhigende Wirkung auf die Finanz- und Rohstoffmärkte. Schließlich war zuletzt eine Intensivierung der Spannungen und ein Aufflammen der Handelsstreitigkeiten befürchtet worden. Grund war die auch vom US-Geheimdienst geübte Kritik am Umgang Chinas mit dem Ausbruch von Covid-19. Zudem gingen Marktteilnehmer davon aus, die jüngsten chinesischen Exportzahlen könnten in den USA auf Unmut stoßen. Das chinesische Statistikamt hatte erklärt, China habe im April 3,5 Prozent mehr exportiert als im Vorjahr. Dass beide Seiten trotz dieser Spannungsfaktoren das Gespräch suchen, hat vor allem symbolische Wirkung. An den Terminbörsen wird es dennoch bullish aufgenommen.

Saudi-Arabien erhöht Preise für Juni-Lieferungen

Nach Anlaufen des neuen gemeinsamen Kürzungsabkommens scheint der Preiskampf zwischen Saudi-Arabien und Russland beigelegt. Darauf deutet die angepasste Preispolitik Saudi-Arabiens hin. Hatte man sich in den vergangenen Wochen mit Niedrigpreisen unterboten, wurden die Preise für Juni-Lieferungen nun angehoben. Saudi-Arabien wird sein Arabian Light nächsten Monat mit einem Preisaufschlag von 1,40 US-Dollar nach Asien verkaufen. Hieraus lässt sich zudem auf eine Erholung der asiatischen Nachfrage schließen. Vor dem Wochenende ist die Impulslage damit klar bullish. Am Morgen wird WTI bei 24,59 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 30,23 US-Dollar. Die Heizölpreise geben indes weiter nach und nähern sich ihrem Vierjahrestief. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 49,92 Euro.

 

 

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