Schwankungsanfällige Rohölpreise mit Abwärtstendenz

Gegen Ende der Handelswoche rücken die US-Ölbestände in den Marktfokus. Das API hat einen bearishen Bericht veröffentlicht, der Vergleichsreport folgt.

 

Warnende Worte vom Weltwirtschaftsforum haben die Preise in den vergangenen Tagen belastet. Sowohl in China als auch im Rest der Welt ist laut Internationalem Währungsfonds in den nächsten Jahren mit einem langsameren Wirtschaftswachstum zu rechnen. China gab umgehend Entwarnung und kündigte an, die Wirtschaft mit höheren Staatsausgaben anzukurbeln. Diese Ankündigung konnte allerdings nur zwischenzeitlich stützen. Spätestens mit Bekanntwerden der jüngsten Bestandsdaten des American Petroleum Institute (API) war jegliche bullishe Stimmung verflogen.

 

API: US-Ölvorräte deutlich gestiegen

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Ölvorräte über alle Kategorien hinweg weitaus deutlicher gestiegen als ursprünglich angenommen. Das geht aus dem gestern bekannt gewordenen Bestandsbericht des API hervor. Analysten hatten im Vorfeld prognostiziert, der US-Rohölvorrat werde aufgrund der zu Jahresbeginn grundsätzlich hohen Raffinerieauslastung zurückgehen. Im Gespräch war eine Bestandsverkleinerung um 600.000 Barrel. Das API hat hingegen einen Ausbau des Rohölvorrats um 6,6 Millionen Barrel verzeichnet. Auch in den Produktkategorien habe es unerwartet umfangreiche Vorratszuwächse gegeben. Dem API zufolge ist der Bestand an Destillaten um 2,6 Millionen Barrel gestiegen, während der Benzinvorrat um 3,6 Millionen Barrel gewachsen sei. Der Bestandsreport des API ist eindeutig bearish zu interpretieren. Marktteilnehmer warten nun auf den Vergleichsbericht des US-Energieministeriums, der am späten Nachmittag veröffentlicht wird. Er wird zusätzlich Aufschluss darüber geben, wie sich Raffinerieauslastung, Nachfrage sowie Im- und Exporte der USA entwickelt haben.

 

Venezuela: Machtkampf zwischen Präsident und Opposition

Der Machtkampf zwischen dem venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und der Opposition spitzt sich zu. Während Maduro seine Präsidentschaft verteidigen will, plant die Opposition Neuwahlen unter einer Übergangsregierung. Am 23. Januar hat sich der Vorsitzende der überwiegend oppositionellen und entmachteten Nationalversammlung, Juan Guaidó, zum Interimspräsidenten erklärt. Zehntausende Venezolaner folgten Guaidós Aufruf zu Protesten. Russland und China erkennen weiterhin Maduro als rechtmäßigen Präsidenten Venezuelas an. Die USA sprachen sich indes für einen Regimewechsel aus und die EU rief Venezuela zu Neuwahlen auf. Auf den Ölmarkt hat der Machtkampf zunächst eine leicht bullishe Wirkung, verhindert die politische Unordnung doch die Erholung der nationalen Ölindustrie. Ein Regimewechsel könnte hingegen stützende Wirkung auf Wirtschaft und Ölindustrie haben, die Ölförderung ankurbeln und die Ölpreise senken.

Am Morgen setzen sich die bearishen Impulse durch. Die Referenzsorten tendieren abwärts und befinden sich auf Einwochentiefs. WTI wird bei 52,32 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 60,79 US-Dollar. Am Heizölmarkt hat sich vor zwei Wochen ein Seitwärtstrend etabliert, der bis heute anhält. Seit Monatsbeginn schwanken die Heizölpreise um maximal einen Euro. Heute legen sie im Vergleich zum Vortag um durchschnittlich fünfzehn Cent zu, verändern sich also nicht merklich. Damit verharren die Heizölpreise hierzulande mit Seitwärtsorientierung im Bereich ihrer Fünfwochenhochs. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 67,49 Euro.

 

 

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