Seitwärtsbewegung der Ölpreise auf neuem Dreimonatshoch

Aufkommenden Sorgen über ein Ende des US-chinesischen Handelsabkommens begegnet der US-Präsident mit der Klarstellung, der Deal sei „vollkommen intakt“.

 

Auf Dreimonatshochs begann der Juni für die Rohölpreise. Erstmals seit Anfang März wurde WTI oberhalb von 40 US-Dollar gehandelt, während Brent mehr als 42 US-Dollar pro Barrel kostete. Die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle und einem ausbleibenden Wirtschaftsaufschwung ließ das Preisniveau allerdings zwischenzeitlich sinken. In den vergangenen Tagen wurde diese Sorge durch aktuelle Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch verstärkt. Die WHO hat zuletzt täglich neue Rekordzahlen weltweiter Corona-Neuinfektionen gemeldet. Südkorea sieht sich indes bereits mit einer zweiten Infektionswelle konfrontiert. Dass die Pandemie ihren Höhepunkt in einigen Teilen der Welt womöglich noch nicht erreicht hat, stimmte Marktteilnehmer entsprechend verhalten. Und dennoch schlossen WTI und Brent die vergangenen zehn Handelstage mit Gewinnen ab. Gestern kletterten sie im Tagesverlauf auf neue Dreimonatshochs. Grundlegend stützend wirkt die Aussicht auf eine Angebotsverknappung bei niedrigen Produktionszahlen und sich stabilisierender Nachfrage. Gestern gab allerdings eine Stellungnahme des US-Präsidenten den Ausschlag für den gewinnreichen Handelstag. Donald Trump zufolge besteht kein Grund zur Sorge über die Zukunft des US-chinesischen Handelsabkommens.

Handelsabkommen zwischen USA und China wohl nicht "vorbei"

Ein Interview des US-Handelsberaters Peter Navarro hat am Montagabend unter Marktteilnehmern Aufsehen erregt. Im Gespräch mit dem US-Fernsehsender Fox News sagte Navarro, das Handelsabkommen von USA und China sei „vorbei“. Die Zusammenarbeit sei bereits daran gescheitert, dass die USA erst nach dem Besuch einer chinesischen Delegation zur Unterzeichnung des ersten Abkommens im Januar über die Ausbreitung des Coronavirus informiert worden seien. In den vergangenen Monaten gab es bereits Spekulationen über ein Wiederaufleben des US-chinesischen Handelsstreits. Die USA hatten China und die WHO für ihren Umgang mit der Pandemie kritisiert. Doch vor seinem Ende steht das bilaterale Handelsabkommen offenbar nicht. Kurz nach Navarros Interview stellte US-Präsident Donald Trump über Twitter klar, das Abkommen mit China sei „vollkommen intakt“. Er hoffe, die Vereinbarung werde weiterhin eingehalten. Trumps umgehende Stellungnahme stützte die Rohölpreise am gestrigen Handelstag. Doch das jüngste Vorgehen der USA gegen chinesische Staatsmedien könnte den Konflikt erneut verschärfen.

USA sehen chinesische Medien als Regierungsvertretungen

Die USA haben vier chinesische Medien als offizielle Regierungsvertretungen eingestuft. Das gab US-Außenminister Mike Pompeo bekannt. Wie er auf Twitter schrieb, gelten vier „Propagandamedien“ nun als Auslandsvertretungen Chinas. Pompeo zufolge dient die Einstufung der Transparenz. Ähnlich einer Botschaft unterliegen „China Central Television“, „China News Service“, „People’s Daily“ und „Global Times“ nun einer strikteren Kontrolle. Betroffen ist unter anderem die Offenlegung beschäftigter Mitarbeiter sowie Neueinstellungen. Bereits im Februar hatten die USA einige chinesische Medien entsprechend eingestuft.

Gestützt von der Verteidigung des US-chinesischen Handelsabkommens, orientieren sich die Rohölpreise am Morgen im Bereich ihrer neuen Dreimonatshochs seitwärts. WTI wird bei 40,71 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 43,12 US-Dollar. Von Anfang April bis Anfang Juni unterlagen die Heizölpreise starken Schwankungen. Zwei Monate lang lag ihr täglicher Bewegungsspielraum bei bis zu zwanzig Euro. In den vergangenen zwei Wochen haben sich die Heizölpreise hierzulande etwas eingependelt. Ihre Bewegungsspanne beträgt inzwischen nur noch zwei Euro. Zwischen 48 Euro und 50 Euro tendieren die Preise seitwärts. Auch heute bleiben sie nahezu unverändert. Im Vergleich zum Vortag geben die Heizölpreise im Deutschlanddurchschnitt um lediglich 30 Cent nach und rutschen unter die 50-Euro-Marke. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl in Deutschland durchschnittlich 49,76 Euro.

 

 

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