Seitwärtsbewegung der Rohölpreise auf Vortagesniveaus

Während die Kraftstoffnachfrage in den USA zuletzt zugelegt hat, wirken sich die erneuten Corona-Einschränkungen in China umgehend nachfrageschwächend aus.

 

Neue Corona-Infektionsfälle in Asien belasteten die Finanz- und Rohstoffmärkte in den vergangenen Tagen. Sowohl China als auch Japan meldeten insbesondere in ihren Hauptstädten einen plötzlichen Anstieg der Neuinfektionen. Auch einige Bundesstaaten der USA berichteten zuletzt von einer deutlichen Erhöhung der Fallzahlen. Die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle und etwaigen wirtschaftlichen Folgen ließ die Rohölpreise von ihren Dreimonatshochs fallen. Hinzu kam am Dienstagabend ein überwiegend bearisher Bestandsreport des American Petroleum Institute (API). Zwar seien die US-Rohölvorräte im zentralen Lagerort Cushing um 3,3 Millionen Barrel geschrumpft. Doch die Bestände an Rohöl, Benzin und Destillaten sind laut API im Rest der USA gewachsen. Zu vorangegangenen Analystenprognosen ergaben sich teils starke Abweichungen. Das US-amerikanische Department of Energy (DOE) zog gestern hingegen eine nicht ganz so bearishe Bilanz der vergangenen Woche. Eine gestiegene Raffinerieauslastung und rückläufige Produktvorräte wirken preisstützend.

DOE meldet Rückgang der US-Produktvorräte

In der Vorwoche sind die US-Rohölvorräte gewachsen, während die Produktbestände überraschend zurückgegangen sind. Das geht aus dem gestern Nachmittag veröffentlichten Wochenreport des DOE hervor. Das API hatte am Dienstagabend noch einen Anstieg der Rohölvorräte um 3,9 Millionen Barrel gemeldet. Im DOE geht man hingegen nur von einem Bestandszuwachs um bis zu 1,2 Millionen Barrel aus. Zwar liegen die US-Rohölvorräte damit 15 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt. Doch Marktteilnehmer interpretieren die Einschätzung bullish, da sie die schwache Erwartung des API nicht bestätigt. Auch in den Produktkategorien hat das DOE eine bullishe Entwicklung verzeichnet. Die US-weiten Vorräte an Destillaten seien in der Berichtswoche um 1,4 Millionen Barrel gesunken. Bei den Benzinvorräten meldet das DOE sogar einen Rückgang um 1,7 Millionen Barrel. Mit dem nur leichten Ausbau der Rohölbestände und den Abbauten in den Produktkategorien fällt der DOE-Report bullish aus. Auch die auf 73,8 Prozent gestiegene Raffinerieauslastung stimmt Marktteilnehmer zuversichtlich, dass sich die Ölnachfrage langsam erholt.

Pekings Neuinfektionen mit Effekt auf Ölnachfrage

Nachdem man das Coronavirus unter Kontrolle zu haben glaubte, sorgte der plötzliche Anstieg von Neuinfektionen in China am Wochenende für Beunruhigung. Vorrangig im Umfeld eines Pekinger Großmarkts wurden neue Infektionsfälle verzeichnet. Die Reaktion war eine erneute Abschottung zahlreicher Wohnviertel sowie die Schließung von Schulen und Kindergärten der Hauptstadt. Verkehrsdaten vom heutigen Donnerstagmorgen zeigen den umgehenden Effekt der Einschränkungen. Wie Bloomberg berichtet, sind in den vergangenen Wochen mehr als 60 Prozent der Pekinger Straßen überlastet gewesen. Marktteilnehmer interpretierten dies als Zeichen der Normalisierung, das für ein Wiederaufleben der wirtschaftlichen Aktivität sprach. Am Donnerstagmorgen waren laut Bloomberg hingegen nur 30 Prozent der Hauptstadtstraßen überlastet. Die Verkehrssituation hat sich im Zuge der erneuten Einschränkungen somit deutlich entspannt. Auf die Rohölpreise wirkt dieser Trend bearish. Schließlich verdeutlicht der Blick nach China den direkten Effekt einer zweiten Infektionswelle auf die Ölnachfrage.

Die Rohölpreise bewegen sich am Morgen zunächst seitwärts nahe ihren gestrigen Schlusskursen. WTI wird bei 37,38 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 40,76 US-Dollar kostet. Nach mehrtägigem Seitwärtstrend sind die Heizölpreise gestern auf Einwochenhochs geklettert. Erstmals seit einer Woche knackten sie hierzulande wieder die Marke von 49 Euro. Im Vergleich zum Vortag bleiben die Heizölpreise nun nahezu unverändert und geben im Deutschlanddurchschnitt geringfügig um etwa 20 Cent nach. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl in Deutschland durchschnittlich 49,26 Euro.

 

 

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