Seitwärtsbewegung der Rohölpreise nahe Hochs hält an

Erstmals seit vielen Wochen sind die US-weiten Rohölvorräte zurückgegangen. Das US-Energieministerium weckt damit Hoffnung auf eine Nachfrageerholung.

 

Wenig Bewegung herrscht in den vergangenen Tagen an den Terminbörsen. Die Rohölpreise haben sich auf ihrem höchsten Niveau seit Anfang April festgesetzt. Das Aufwärtspotenzial scheint trotz einer Vielzahl bullisher Impulse ausgeschöpft. An einer baldigen wirtschaftlichen Erholung von der Corona-Krise kamen zuletzt immer mehr Zweifel auf. Obwohl Maßnahmen zur Eindämmung des Virus weltweit gelockert werden, bleibt die Stimmung unter Marktteilnehmern verhalten. Selbst wenn eine zweite Infektionswelle ausbleibt, ist der wirtschaftliche Einschnitt historisch. Die Vereinten Nationen erwarten für dieses Jahr den stärksten Einbruch der Weltwirtschaft seit den 1930er Jahren. Im Laufe des Jahres sei ein Rückgang um 3,2 Prozent zu erwarten. Anfang des Jahres hatten die Vereinten Nationen noch ein Weltwirtschaftswachstum um 2,5 Prozent prognostiziert. Auch US-Notenbankchef Jerome Powell zieht eine nüchterne Zwischenbilanz. In einem gestrigen Vortrag betonte er, der Weg aus der Krise sei ungewiss. Auch Powell verweist auf das historische Ausmaß und erklärt, es sei die stärkste Rezession seit Ende des Zweiten Weltkriegs zu erwarten. Er geht davon aus, dass die wirtschaftliche Erholung nur langsam und in Abhängigkeit medizinischer Erfolge einsetzen wird. Powell zufolge besteht derzeit ein signifikantes Abwärtsrisiko. Eine Einschätzung, die gestern sowohl die Finanz- als auch die Rohstoffmärkte belastete.

USA werfen China Spionage in der Corona-Forschung vor

Weltweit werden derzeit Impfstoffe erforscht, die bei der Eindämmung von Covid-19 unterstützen können. Die USA sehen nun die Gefahr der Spionage. In einer gemeinsamen Erklärung warnen die US-Sicherheitsbehörde FBI und die Agentur für Internetsicherheit davor. An der Corona-Forschung beteiligte Personen und Organisationen seien die ersten Ziele möglicher Hacker-Angriffe. Sie müssten ihre Systeme entsprechend schützen. Den Vorwurf der Spionage richten FBI und Agentur für Internetsicherheit gezielt an China. Es würden Anstrengungen unternommen, diesen Sektor durch Netzwerkmanipulation anzugreifen. Damit werfen die USA China vor, Forschungsergebnisse stehlen zu wollen. Dadurch könnte sich das bereits angespannte Verhältnis der beiden Staaten zuspitzen.

DOE meldet Rückgang der US-Rohölvorräte

Erstmals seit Wochen sind die US-weiten Rohölbestände verkleinert worden. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Report des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) hervor. Um 700.000 Barrel seien die Vorräte zuletzt gesunken. Zwar liegen die Rohölbestände noch immer deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt. Doch die Entwicklung wird als erstes Anzeichen für eine Erholung der Nachfrage gesehen. Auch die Benzinvorräte sind laut DOE zurückgegangen, um 3,5 Millionen Barrel. Einzig die Bestände an Destillaten seien zuletzt gestiegen. Verzeichnet wurde ein Ausbau um 3,5 Millionen Barrel. Das DOE gibt zusätzlich an, dass die Produktnachfrage derzeit weit hinter ihrem Vorjahresniveau zurückbleibt. Insgesamt fällt der Wochenreport damit durchwachsen aus.

Bei ausgeglichener Impulslage behalten die Rohölpreise am Morgen ihre Sechswochenhochs bei. WTI wird bei 25,83 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 29,87 US-Dollar. Nach mehrtägigem Seitwärtstrend nahe ihrer Vierjahrestiefs machen die Heizölpreise heute einen Satz nach oben. Im Vergleich zum Vortag legen sie hierzulande um durchschnittlich 20 Euro zu. Damit klettern die Preise zurück in den Bereich ihrer Jahreshochs. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 69,43 Euro.

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