Seitwärtstendenz der Ölpreise auf Dreiwochenhochs

Saudi-Arabien wird die Umsetzung der Produktionskürzungen wohl im eigenen Interesse vorantreiben. Denn dort kalkuliert man mit höheren Ölpreisen.

 

Seit Jahresbeginn befinden sich die Ölpreise im Aufwärtstrend. Die Heizölpreise legten in den vergangenen Tagen um drei Euro zu, während die Rohölpreise um mehr als zwei US-Dollar stiegen. WTI und Brent gingen gestern auf Dreiwochenhochs aus dem Handel. Preisstützend wirkt zum einen, dass die OPEC bereits im Dezember 2018 den stärksten Produktionsrückgang seit zwei Jahren angestoßen hat. Zum anderen stabilisierte der gestrige Verhandlungsstart im US-chinesischen Handelsstreit die Preise. Bullish wurde zudem ein Statement des US-Notenbankchefs Jerome Powell interpretiert. Er nahm Marktteilnehmern die Sorge vor einem straffen Zinskurs, indem er die Flexibilität der Notenbank betonte. Bei allen Entscheidungen werde man die wirtschaftliche Entwicklung berücksichtigen. Heute bleibt die Impulslage bullish.

 

Preise dämpfen US-Produktionswachstum

In den vergangenen drei Monaten sind die Rohölpreise um fast dreißig US-Dollar gesunken. Von Mehrjahreshochs sind sie auf Jahrestiefs gerutscht. Der Preisrutsch könnte Ölproduzenten in diesem Jahr zur Anpassung ihrer Förderstrategie zwingen. Besteht in den USA grundsätzlich Wachstumspotenzial, könnte das aktuelle Preisniveau die Entwicklung ausbremsen. Beim Informationsdienstleister Rystad Energy rechnet man daher mit örtlichen Rückgängen der US-Schieferölproduktion. So werde die Förderung im texanischen Eagle-Ford-Becken im Jahresverlauf um mindestens 100.000 Barrel pro Tag zurückgehen und unter die Marke von 1,3 Millionen Barrel pro Tag sinken. Dass die US-Ölförderung trotz erheblichen Wachstumspotenzials nicht unaufhaltsam steigen wird, interpretieren Marktteilnehmer bullish.

 

Saudi-Arabien kalkuliert mit höheren Preisen

OPEC-Mitgliedsstaat Saudi-Arabien strebt im Zuge der Produktionskürzungen die Anhebung der Preisniveaus an. Aus Informantenkreisen heißt es, Saudi-Arabien wolle Ölpreise von über 80 US-Dollar erreichen. Gelingen soll dies mit einer Reduzierung der Ölexporte. Im Vergleich zu November 2018 sei die Drosselung um 800.000 Barrel pro Tag geplant. Demnach würden die saudi-arabischen Ölexporte im Januar auf 7,1 Millionen Barrel pro Tag gesenkt. Bereits im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass die saudi-arabische Haushaltskalkulation auf hohen Ölpreisen basiert. Daher ist zu erwarten, dass der OPEC-Mitgliedsstaat bei der Umsetzung der Produktionskürzungen mit einer umfangreichen Eigenleistung vorangehen wird. Diese Aussicht trägt am Morgen dazu bei, dass die Rohölpreise ihre Dreiwochenhochs halten. WTI wird bei 48,55 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 57,44 US-Dollar kostet. Mit dem Jahreswechsel starteten nicht nur die Rohölpreise in einen Aufwärtstrend. Die Heizölpreise zogen mit und stiegen in der ersten Januarwoche um mehr als drei Euro. Von ihren Neunmonatstiefs aus klettern sie heute auf neue Zweiwochenhochs. Im Vergleich zum Vortag haben sie erneut etwas zugelegt. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 66,42 Euro.

 

 

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