Seitwärtstendenz der Ölpreise auf Jahrestiefs

Ungebrochen groß ist die Skepsis an den OPEC-Produktionskürzungen. Insbesondere, da ein Kartellmitglied eine andere Strategie verfolgt.

 

Obwohl die Rohölpreise den gestrigen Handelstag mit Gewinnen abschlossen, bewegen sie sich weiterhin im Bereich ihrer Mehrmonatstiefs. Um einen US-Dollar stiegen die Preise im Tagesverlauf. Zu Wochenbeginn waren sie allerdings um drei US-Dollar gefallen. Das aktuelle Ölpreisniveau ist daher noch immer so niedrig wie zuletzt vor mehr als einem Jahr. Trotz der überwiegend bearishen Impulslage scheint man in Saudi-Arabien die Hoffnung auf eine Preisrallye nicht aufgegeben zu haben. Der OPEC-Mitgliedsstaat plant, seine Staatsausgaben im nächsten Jahr um sieben Prozent anzuheben. In einer Fernsehansprache erklärte König Salman am Dienstag, die Ausgaben würden 2019 auf ein Rekordhoch von umgerechnet 260 Milliarden Euro gesteigert. Analysten zufolge müsste der Ölpreis auf 80 US-Dollar steigen, damit Saudi-Arabien seine Haushaltspläne umsetzen kann. Es überrascht daher nicht, dass der saudi-arabische Ölminister jüngst sogar die Verlängerung der OPEC-Produktionskürzungen ins Gespräch brachte. Doch die Zinsanhebung der Fed und enttäuschende US-Bestandsberichte begrenzen das Aufwärtspotenzial der Preise erheblich.

 

USA: Rohölvorrat geringfügig gesunken

Das US-amerikanische Department of Energy (DOE) hat für die vergangene Woche einen Rückgang der US-Bestände an Rohöl und Destillaten gemeldet. Die landesweiten Rohölvorräte seien um 500.000 Barrel verkleinert worden. Zwar bleibt das DOE damit hinter den Erwartungen von Experten zurück, die einen Rückgang um mehrere Millionen Barrel prognostiziert hatten. Doch im Vergleich zu dem vom American Petroleum Institute verzeichneten Bestandsausbau fällt die Einschätzung des DOE leicht bullish aus. Deutlicher als erwartet sei indes der Bestand an Destillaten abgebaut worden. Hier geht das DOE von einem Abbau um 4,2 Millionen Barrel aus. Über alle Produktkategorien hinweg sind die US-Gesamtbestände aufgrund hoher Nachfrage gesunken. Insgesamt wirkt der DOE-Bericht daher trotz enttäuschender Entwicklung des Rohölvorrats bullish.

 

Irak: Produktionssteigerung in Vorbereitung

Obwohl die OPEC ihren Output ab Januar drosseln wird, plant Kartellmitglied Irak die Steigerung seiner Produktion. In den nächsten Jahren sollen auf dem Majoon-Ölfeld 40 neue Ölquellen angebohrt werden. Hiermit ist Medienberichten zufolge das US-Ölserviceunternehmen Schlumberger beauftragt worden. Aktuell werden auf dem Majoon-Ölfeld 240.000 Barrel pro Tag gefördert. Im Zuge der gesteigerten Bohraktivität soll die dortige Tagesproduktion auf 400.000 Barrel angehoben werden. Zwischen den OPEC-Mitgliedsstaaten scheinen Unstimmigkeiten bezüglich der Produktionsstrategie zu bestehen. Unter Experten wird der Irak daher schon als nächster Austrittskandidat gehandelt. Weltweit hohe Ölbestände und Zweifel an der Beständigkeit der OPEC-Förderstrategie belasten die Preise derzeit, weshalb sie im Bereich ihrer Mehrmonatstiefs verbleiben. WTI wird am Morgen bei 46,97 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 56,02 US-Dollar kostet. Nach schwankungsreichem Dezemberbeginn geht es für die Heizölpreise seit Montag kontinuierlich abwärts. In dieser Woche sind sie um fast drei Euro gesunken. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 67,38 Euro und damit so wenig wie seit vier Monaten nicht mehr.

 

 

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