Seitwärtstendenz der Ölpreise zwischen Tiefs und Hochs

In den USA haben die Neuinfektionen ihr bisheriges Rekordhoch aus April geknackt. Über 39.000 neue Corona-Fälle wurden innerhalb eines Tages verzeichnet.

 

Nahe ihren Vorkrisenniveaus sind die Rohölpreise in die Handelswoche gestartet. Gestützt von den Produktionskürzungen der OPEC+ und der Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff, bewegten sich die Referenzsorten auf den höchsten Preisniveaus seit Anfang März. WTI wurde oberhalb von 40 US-Dollar gehandelt, während Brent mehr als 42 US-Dollar pro Barrel kostete. Zur Wochenmitte rückte dann die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle in den Marktfokus. Bei deutlich steigenden Zahlen der täglichen Neuinfektionen in einigen US-Bundesstaaten gaben die Rohölpreise um mehrere US-Dollar nach. Besorgt blicken Marktteilnehmer auf das US-weite Rekordhoch bei den Neuinfektionen. Die täglich gemeldete Zahl hat sich bereits in den vergangenen Tagen ihrem bisherigen Hoch aus April genähert. Mit den mindestens 39.818 verzeichneten Neuinfektionen am Donnerstag hat die US-weite Zahl inzwischen ein neues Rekordhoch aufgestellt. Heute orientieren sich WTI und Brent dennoch seitwärts zwischen Zehntagestiefs und Dreieinhalbmonatshochs.

Schiffsdaten sprechen gegen Erholung asiatischer Ölnachfrage

Vor der Küste Singapurs lagert derzeit weit mehr Öl als noch vor einem Monat. Die Daten des Informationsdienstleisters Kpler deuten darauf hin, dass eine Erholung der Ölnachfrage in Asien bislang ausgeblieben ist. Derzeit befänden sich 67 Öltanker vor der Küste Singapurs, beladen mit etwa 82,5 Millionen Barrel Öl. Vor einem Monat hatten das schwimmende Lager noch einen Umfang von 69,8 Millionen Barrel. Innerhalb der vergangenen vier Wochen wurde das Lager entsprechend deutlich ausgebaut, was Marktteilnehmer als Zeichen für eine weiterhin schwache Nachfrage deuten. Besonders der Bedarf an Rohöl scheint zuletzt gesunken zu sein. Umfasste das schwimmende Lager nahe Singapur Mitte Mai noch 40 Millionen Barrel Rohöl, waren es Ende Mai nur noch 32,8 Millionen Barrel. Bis Ende Juni ist die gelagerte Menge an Rohöl allerdings wieder auf 38,8 Millionen Barrel gestiegen. Es zeichnet sich also ein zweiter Nachfrageeinbruch ab.

Reuters berichtet von rekordhohen Neuinfektionen in den USA

Ihren bisherigen Höhepunkt hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA Ende April, als innerhalb eines Tages mehr als 36.000 neue Fälle gemeldet worden waren. Nach Einschätzung der Nachrichtenagentur Reuters haben die Neuinfektionen gestern mit über 39.000 einen neuen Rekordwert erreicht. In zwölf US-Bundesstaaten wurden Rekordanstiege verzeichnet, unter anderem in Kalifornien und Florida. Die US-Gesundheitsbehörde CDC geht indes davon aus, dass die Zahl der tatsächlichen Infektionen zehnmal höher ist als derzeit bekannt. Ursächlich sei die im April und Mai noch geringe Anzahl durchgeführter Tests.

Mit Verlusten von etwa zwei US-Dollar werden die Rohölpreise heute voraussichtlich aus der Handelswoche gehen. Am Morgen bewegen sie sich zwischen Zehntagestiefs und Dreieinhalbmonatshochs leicht abwärts. WTI wird bei 38,97 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 41,38 US-Dollar. Die Heizölpreise haben bereits gestern ihren Seitwärtstrend unterbrochen. Gaben sie gestern um durchschnittlich einen Euro nach, fallen die Preise heute um weitere 1,50 Euro. Damit bewegen sie sich unterhalb der 48-Euro-Marke und auf dem niedrigsten Stand seit drei Wochen. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 47,55 Euro.

 

 

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