Seitwärtstendenz der Rohölpreise nahe Dreimonatshochs

Mit der US-Schieferölförderung haben die Produktionskürzungen der OPEC einen starken Gegenspieler. Sie wächst ununterbrochen und stärker als erwartet.

 

An den internationalen Terminbörsen überwiegen die bullishen Impulse. Neben den zielstrebigen und zusätzlichen, ungeplanten Produktionskürzungen wirken die Annäherungen im US-chinesischen Handelsstreit preisstützend. Seit Wochenbeginn bewegen sich die Rohölpreise daher im Bereich ihrer Dreimonatshochs. Marktteilnehmer warten nun vor allem gespannt auf Neuigkeiten aus Washington. Dort läuft derzeit die nächste Verhandlungsrunde zwischen den USA und China, wie das Büro des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer erklärte. Auf höherer Ebene werden konkrete Gespräche demnach am Donnerstag beginnen. Wie die Verhandlungen ausgehen und ob die Streitigkeiten innerhalb der nächsten Tage beigelegt werden können, bleibt offen. Das schürt am Markt Unsicherheit. Weiter eingedämmt wird das preisliche Aufwärtspotenzial vom kontinuierlichen Anstieg der US-Produktionsaktivität.

 

USA: Schieferölindustrie wächst ununterbrochen

Die US-Schieferölindustrie verfügt über ungebrochen großes Wachstumspotenzial. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Produktionsbericht der Energy Information Administration (EIA) hervor. Im Februar wird die nationale Schieferölförderung laut EIA um 197.000 Barrel pro Tag steigen. Zuvor hatte man mit einem monatlichen Anstieg um ungefähr 60.000 Barrel pro Tag gerechnet. Die EIA hat ihre Schätzung somit mehr als verdreifacht, was das unerwartet große Wachstumspotenzial verdeutlicht. Im März soll die Schieferölproduktion entsprechend weiter zulegen. Zu erwarten ist laut EIA eine Zunahme um 84.000 Barrel pro Tag auf insgesamt 8,39 Millionen Barrel pro Tag. Das US-Förderpotenzial bildet den bearishen Gegenpol zu den Produktionskürzungen der OPEC.

 

Saudi-Arabien: Ölexporte stark zurückgegangen

Vor kurzem erklärte Saudi-Arabiens Ölminister Khalid Al-Falih, der OPEC-Mitgliedsstaat habe sein selbst gestecktes Kürzungsziel noch nicht erreicht. Obwohl man die offizielle Kürzungsquote des Kartells bereits erfülle, wolle man Ölproduktion und Ölexporte weiter senken. Für März strebt Saudi-Arabien Al-Falih zufolge eine Tagesproduktion von 9,8 Millionen Barrel an, wovon täglich 6,9 Millionen Barrel exportiert würden. Nach Einschätzung des Informationsdienstleisters Kpler hat der OPEC-Mitgliedsstaat dieses Niveau bereits unterschritten. In der ersten Februarhälfte habe Saudi-Arabien täglich durchschnittlich 6,2 Millionen Barrel exportiert. Vergleichsdaten hierzu sind abzuwarten, doch die OPEC-Kürzungen scheinen erfolgreich umgesetzt.

Der Ölmarkt befindet sich folglich im Spannungsfeld zwischen niedriger OPEC-Produktion, stetig steigender US-Produktion und unsicherer Nachfrage. Die Rohölpreise tendieren daher im Bereich ihrer Dreimonatshochs seitwärts. WTI wird am Morgen bei 56,16 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 66,44 US-Dollar kostet. Neue Impulse sind in den nächsten Tagen von den US-Bestandsberichten zu erwarten. Nach wochenlang nur geringfügigen Schwankungen fanden die Heizölpreise in der vergangenen Woche den Ausweg aus ihrem Seitwärtstrend. Anschließend legten sie zügig zu. Seit einer Woche ist die steile Aufwärtsbewegung inzwischen zu beobachten. Stellten die Heizölpreise gestern noch einen neuen Zweimonatsrekord auf, geben sie heute wieder etwas nach und sinken unter die 71-Euro-Schwelle. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 70,73 Euro.

 

 

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