Seitwärtstendenz der Rohölpreise nahe Monatstiefs

Mit neuen Corona-Fällen in China und Japan wächst an den Terminbörsen die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle und wirtschaftlichen Einschnitten.

 

Auf Zweiwochentiefs sind die Rohölpreise gestern in die neue Handelswoche gestartet. Gestiegene US-Ölvorräte und die Sorge vor einer zweiten Corona-Infektionswelle hatten die Marktstimmung belastet. Diese Impulslage ließ WTI zuletzt von über 39 US-Dollar auf knapp 36 US-Dollar absacken. Der Preis für die Nordseesorte Brent ging von mehr als 42 US-Dollar zurück in den Bereich von 38 US-Dollar. Zu Junibeginn hatten die Produzenten der OPEC+ noch für eine Preisrallye gesorgt, indem sie die Verlängerung ihrer Kürzungsmaßnahmen ankündigten. Marktteilnehmer zeigten sich allerdings zunehmend skeptisch, halten sich doch bislang nicht einmal alle Beteiligten an ihre Kürzungsvorgaben. So hat beispielsweise Nigeria im Mai mehr produziert als laut Kürzungsabkommen vorgesehen. Zur Marktberuhigung versicherte der OPEC-Mitgliedsstaat daher, man wolle die eigene Kürzungsquote in den nächsten Wochen mit Zusatzkürzungen erreichen. Ein weiterer kritischer Blick galt dem Irak, der Produktionskürzungen zum wiederholten Male nicht sehr diszipliniert umsetzte. Doch auch dort scheint man einzulenken. Hat der Irak im Mai noch etwa 3,5 Millionen Barrel pro Tag exportiert, werden die Ölexporte im Juni auf 2,8 Millionen Barrel pro Tag zurückgefahren. Diese Ankündigung des irakischen Ölminister setzt einen bullishen Impuls.

Nach China auch Japan mit neuen Corona-Fällen

Mehr als 40 tägliche Corona-Neuinfektionen in Tokio verzeichnete Japan in den vergangenen Tagen. Am Sonntag wurden allein in der Hauptstadt 47 neue Corona-Fälle gemeldet, am Montag kamen 48 Neuinfektionen hinzu. Medienberichten zufolge ist der plötzliche Anstieg insbesondere auf Kontakte in einem Tokioer Ausgehviertel zurückzuführen. Am Wochenende hatte auch China von neuen Infektionsfällen berichtet. Dort war ein Großmarkt in Peking der Ausgangspunkt für 36 Neuinfektionen. Landesweit wurden 60 neue Fälle verzeichnet. Glaubte man zuletzt, die Ausbreitung des Coronavirus im Griff zu haben, schürt die überraschend hohe Zahl der Neuinfektionen Sorge vor einer zweiten Infektionswelle. In den USA hält Präsident Donald Trump indes an einer für das Wochenende geplanten Wahlkampfveranstaltung fest. Trotz in einigen Bundesstaaten deutlich steigender Zahl der Neuinfektionen wird die Rallye am Samstag in Oklahoma stattfinden.

Am Morgen orientieren sich die Rohölpreise seitwärts nahe ihren gestrigen Schlusskursen, also im Bereich ihrer Zweiwochentiefs. WTI wird bei 37,12 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 39,80 US-Dollar. Die Heizölpreise haben sich in den vergangenen Tagen ebenfalls auf Junitiefs bewegt. Heute geben sie weiter nach und fallen um durchschnittlich etwa 70 Cent. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 47,90 Euro.

 

 

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