Steile Abwärtsbewegung der Ölpreise zu Wochenbeginn

Seit Jahresbeginn kürzen die OPEC-Mitglieder ihre Produktion und auch Russland legt überraschend vor. Anpassungsbedarf sieht das Kartell nicht.

 

Gleich nach dem Jahreswechsel hat sich am Ölmarkt ein Bullenmarkt gebildet. Dabei überwog noch gegen Jahresende die Sorge vor einem Überangebot. Doch Analysten hielten den Pessimismus der Marktteilnehmer für übertrieben und sahen Aufwärtspotenzial. Dementsprechend wandelte sich die Stimmung mit dem Start in das neue Jahr. Seit den Weihnachtsfeiertagen haben WTI und Brent um fast zehn US-Dollar zugelegt und sind so auf Fünfwochenhochs gestiegen. Gestützt wurden die Rohölpreise insbesondere von den Produktionskürzungen der OPEC. Saudi-Arabien geht wie erwartet mit umfangreichen Kürzungen voran und auch Russland zeigt überraschend Entschlossenheit. In den ersten zehn Januartagen ist der russische Output bereits um 70.000 Barrel pro Tag zurückgegangen. Zuvor hatte der russische Energieminister Nowak die Erwartungen der Marktteilnehmer gedämpft und aus technischen Gründen die schrittweise Umsetzung der Kürzungen angekündigt. Dass Russland seine Produktion nun entschlossener zurückfährt als angenommen, wirkte zuletzt preisstützend. Dennoch scheint das Aufwärtspotenzial der Rohölpreise inzwischen ausgereizt. Analysten halten die aktuellen Preisniveaus für angemessen. Auch die OPEC sieht keinen Bedarf für eine Strategieanpassung.

 

Sondermeeting der OPEC nur im Notfall

Nach Einschätzung der Vereinigten Arabischen Emirate ist die Wahrscheinlichkeit für ein OPEC-Sondermeeting gering. Suhail Al-Mazrouei, Ölminister des OPEC-Mitgliedsstaats, glaubt nicht ein solches außerordentliches Treffen. Sondermeetings würden nur in Notfällen einberufen, die derzeit allerdings nicht existierten. Al-Mazrouei zufolge werden die Kartellmitglieder dennoch alles tun, um den Markt in Balance zu bringen. Man gehe davon aus, die Überversorgung bereits im ersten Quartal auszugleichen. Das nächste reguläre Treffen der OPEC ist für April angesetzt. Dann soll die Wirksamkeit der Produktionskürzungen überprüft werden. Ein früheres Sondermeeting ist mit dem Statement Al-Mazroueis unwahrscheinlich geworden.

 

Weiterhin viele US-Ölbohranlagen aktiv

Obwohl die Zahl aktiver US-Ölbohranlagen in der vergangenen Woche gesunken ist, bleibt sie auf einem hohen Niveau. Baker Hughes schätzt, zuletzt seien vier Anlagen deaktiviert worden. Dies ist der zweite wöchentliche Rückgang in Folge. Insgesamt sind laut Baker Hughes US-weit 873 Ölbohranlagen in Betrieb. In den vergangenen drei Monaten hat sich die Zahl aktiver Anlagen zwischen 873 und 888 eingependelt. Das Wachstumspotenzial der US-Ölförderung bleibt damit im Mehrjahresvergleich auf einem hohen Niveau. In Analystenkreisen geht man sogar davon aus, dass die US-Produktion im Februar die Marke von zwölf Millionen Barrel pro Tag knacken könnte. Die Nachrichtenlage ist am Montagmorgen also eindeutig bearish, weshalb die Rohölpreise bereits um fast einen US-Dollar nachgegeben haben. WTI wird bei 50,83 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 59,71 US-Dollar. Während sich die Rohölpreise heute zunächst nicht auf ihren Mehrwochenhochs halten können, befinden sich die Heizölpreise noch immer im Aufwärtstrend. Seit Januarbeginn haben Sie kontinuierlich zugelegt und sind innerhalb von zwei Wochen um mehr als fünf Euro gestiegen. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 68,41 Euro. Damit haben die Heizölpreise ihr höchstes Niveau seit vier Wochen erreicht.

 

 

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