Trump löst Abwärtstendenz der Rohölpreise aus

Kamen zuletzt vorrangig bullishe Meldungen aus den USA, schlug die Stimmung gestern um. US-Präsident Trump wandte sich mit Kritik an die OPEC.

 

Mit bullisher Stimmung sind die Marktteilnehmer ins Wochenende gegangen. Vor allem die handelspolitischen Annäherungen von USA und China verschafften preislichen Aufwärtsspielraum. Gestern kündigte US-Präsident Donald Trump dann ein Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping an. An den Rohstoff- und Finanzmärkten rechnet man nun fest mit einem Handelsdeal in den nächsten Wochen. Der Erhöhung bisheriger Strafzölle auf chinesische Importe erteile Trump eine Absage, verschob sie angesichts des vorherrschenden Optimismus. Die Zeichen stehen somit auf Entspannung, was die Weltwirtschaft entlastet. Doch mit dem Start in die neue Woche konnten sich die Rohölpreise nicht mehr auf ihren Dreieinhalbmonatshochs halten. Bis Handelsschluss gingen sie um fast zwei US-Dollar zurück. Am Morgen tendieren sie weiter abwärts.

 

Trump appelliert erneut an OPEC

Wie bereits mehrfach im vergangenen Jahr, übte US-Präsident Donald Trump per Twitter Kritik an dem Ölpreisniveau. Er schrieb, die Ölpreise würden zu hoch. Zugleich forderte er die OPEC zur Entspannung auf. Das Kartell solle es ruhiger angehen lassen. Die Welt sei zu fragil für eine Preisrallye. Trumps Kritik richtet sich vermutlich wie im Vorjahr gegen die umfangreichen Produktionskürzungen der OPEC. Seit Jahresbeginn nehmen die Kartellmitglieder und externe Kooperationspartner ungefähr 1,2 Millionen Barrel pro Tag vom Markt, um einer Überversorgung entgegenzuwirken. Der Tweet des US-Präsidenten löste wie die vorherigen Appelle an die OPEC eine Abwärtsbewegung am Markt aus. Man ist sich unsicher, wie die OPEC mit dem Druck umgeht und welche Maßnahmen die USA zur Angebotssteigerung einleiten könnten.

Tatsächlich schätzen Analysten die internationale Versorgungslage derzeit als knapp ein. Zwar befindet sich die US-Ölförderung mit zwölf Millionen Barrel pro Tag auf ihrem Allzeithoch, doch Engpässe in Libyen und Venezuela sowie die Kürzungen der OPEC sind offenbar weitreichender. Daher bewegen sich die Rohölpreise im Zweimonatsvergleich auf recht hohem Niveau. Doch Analyst Paul Bloxham von der Investmentbank HSBC sieht für dieses Jahr keinen Spielraum für weitere Rallyes. Den Durchschnittspreis für Brent gibt er mit 64 US-Dollar an. Erst im nächsten Jahr werde er auf 70 US-Dollar steigen. Auch bei Goldman Sachs hält man Aufwärtsbewegungen nur für kurzfristige Phänomene. Hier liegt die Jahresprognose für Brent sogar nur bei 60 US-Dollar. Am Morgen ist die Nachrichtenlage damit eindeutig bearish, sodass die Rohölpreise abwärts tendieren. WTI wird bei 55,26 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 64,70 US-Dollar kostet. Über das Wochenende hinweg haben sich die Heizölpreise noch konstant oberhalb der 70-Euro-Schwelle gehalten. Im Vergleich zum Vortag geben sie nun um durchschnittlich 30 Cent nach. Trotz des leichten Rückgangs verbleiben die Preise im Bereich ihrer Zweimonatshochs. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 69,81 Euro.

 

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