US-Rohölvorrat treibt Ölpreise auf Zweiwochenhochs

Deutlicher als erwartet sind die US-Rohölbestände vor dem Jahreswechsel gesunken. Auch die Annäherung im US-chinesischen Handelsstreit wirkt preisstützend.

 

An den ersten beiden Handelstagen des Jahres war die Ausgangslage am Ölmarkt bearish. Das weltweite Überangebot und die herrschende Skepsis gegenüber angekündigten Kürzungsmaßnahmen ließen die Preise abwärts tendieren. Dennoch überwog an beiden Tagen zu Handelsschluss offenbar die Zuversicht. Mit Tagesgewinnen von jeweils einem US-Dollar gingen WTI und Brent aus dem Handel. Das Jahr 2019 beginnt also mit einem leichten Aufwärtstrend der Ölpreise. Hierzu tragen frühzeitige Produktionskürzungen der OPEC ebenso bei wie handelspolitische Entwicklungen und die US-Ölbestände.

 

API: US-Rohölvorräte gehen zurück

Kurz vor dem Jahreswechsel hat das American Petroleum Institute (API) einen Rückgang der US-Vorräte an Rohöl verzeichnet. In der vergangenen Woche seien die Bestände um 4,5 Millionen Barrel gesunken und damit stärker als im Vorfeld angenommen. Analysten hatten Abbauten um maximal 2,5 Millionen Barrel prognostiziert. Bearish fällt die Einschätzung des API hingegen in den Produktkategorien aus. Sowohl die Bestände an Destillaten als auch die an Benzin seien deutlicher gestiegen als erwartet. Laut API wurden in der Berichtswoche US-weit vier Millionen Barrel Destillate mehr gelagert, während die Benzinbestände um acht Millionen Barrel ausgebaut worden seien. Analysten waren zuvor von Bestandszuwächsen um 400.000 und 1,6 Millionen Barrel ausgegangen. Die Entwicklung der Produktvorräte ist eindeutig bearish zu interpretieren, doch der Marktfokus liegt am Morgen auf den Rohölbeständen. Abzuwarten bleibt, wie der Vergleichsreport des US-Energieministerium am späten Nachmittag ausfallen wird.

 

China: Besuch von US-Delegation erwartet

Ab Montag werden China und die USA ihre handelspolitischen Beratungen fortsetzen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, hat China den Besuch einer US-Delegation angekündigt. Diese werde am Montag für zweitägige Gespräche in Peking erwartet. Im Rahmen des Treffens werde darüber beraten, wie ein Kompromiss im Handelsstreit gefunden werden könne. Anfang Dezember hatten Chinas Staatschef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump die handelspolitischen Streitigkeiten auf Eis gelegt. In den bevorstehenden Gesprächen sehen Marktteilnehmer heute ein Zeichen der Annäherung, was die Ölpreise aufwärts bewegt. WTI wird am Morgen bei 48,00 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 57,00 US-Dollar. Die Referenzsorten sind damit in den ersten Handelsstunden um mehr als einen US-Dollar gestiegen und haben Zweiwochenhochs erreicht. In Reaktion auf den Anstieg der Rohölpreise legen heute auch die Heizölpreise zu. Zum ersten Mal seit einer Woche überschreiten sie hierzulande wieder die 64-Euro-Marke. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 64,12 Euro. Den zweiten Tag in Folge sind die Heizölpreise damit gestiegen. Dennoch bewegen sie sich weiterhin im Bereich ihres Neunmonatstiefs.

 

Die mobene Unternehmensgruppe