US-Sanktionen bewegen Rohölpreise am Morgen aufwärts

Acht Staaten sind noch bis Mai von den Iransanktionen der USA ausgenommen. Weitere Ausnahmen wird es laut dem US-Sonderbeauftragten nicht geben.

 

Die längste Preisrallye seit neun Jahren hat am Freitag ihr Ende gefunden. Um sechs bis sieben US-Dollar waren die Rohölpreise zwischen Weihnachtsfeiertagen und ersten Januarwochen gestiegen. Mit schwindender Skepsis gegenüber den OPEC-Produktionskürzungen entstand Aufwärtspotenzial. Inzwischen sind gefüllte Öllager und die Sorge vor einer schwachen Nachfrage in den Marktfokus zurückgekehrt. Mit der Veröffentlichung chinesischer Außenhandelsdaten sackten die Rohölpreise gestern um ein bis zwei US-Dollar ab.

 

China: Schwache Außenhandelsbilanz

Im Dezember 2018 hat China seine Handelsaktivität zurückgefahren. Sowohl Importe als auch Exporte sind laut jüngster Außenhandelsbilanz spürbar zurückgegangen. Im Vergleich zum Vormonat habe China 4,4 Prozent weniger exportiert, während die Importe um 7,6 Prozent gesunken seien. Marktteilnehmer interpretieren die Daten als Zeichen für eine schwache Konjunktur. Insbesondere der Handelsstreit zwischen den USA und China hat nach Experteneinschätzung zu der schwachen Handelsbilanz beigetragen. Über das gesamte Jahr 2018 hinweg konnte China seine Im- und Exporte zwar steigern. Doch der verzeichnete Zuwachs blieb hinter den Erwartungen zurück. Der chinesische Ausfuhrüberschuss war im vergangenen Jahr so niedrig wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die aktuelle Außenhandelsbilanz Chinas wird am Markt als Alarmsignal gedeutet.

 

USA: Keine Ausnahmen mehr bei Iransanktionen

Die USA werden Handelspartnern des Iran keine weitere Sanktionsfreiheit gewähren. Das erklärte Brian Hook, US-Sonderbeauftragter für Iran und Berater von US-Außenminister Mike Pompeo. Hook betonte, es werde keine weiteren Ausnahmen mehr geben. Ziel der Sanktionen sei schließlich, der iranischen Regierung benötigtes Geld vorzuenthalten und den Iran vollständig vom internationalen Ölmarkt abzuschneiden. Im November hatten die USA acht Staaten Ausnahmeregelungen erteilt. So können unter anderem China und Indien noch bis Mai sanktionsfrei Öl aus dem Iran beziehen. Nach dem Ende der Ausnahmen ist voraussichtlich mit einem erneuten Einbruch der iranischen Ölexporte zu rechnen. Im Zuge dessen könnte sich die Versorgungssituation auf dem Ölmarkt verschärfen, was die Ölpreise am Morgen stützt. Die bearishen Impulse der vergangenen Tage sind indes in den Hintergrund gerückt. WTI wird bei 51,17 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 59,65 US-Dollar. Beide Referenzsorten liegen ungefähr 60 Cent oberhalb ihrer gestrigen Schlusskurse. Die Heizölpreise bewegen sich heute zum ersten Mal in diesem Jahr merklich nach unten. Seit Jahresbeginn waren sie um fünf Euro gestiegen. Nach zweiwöchigem Aufwärtstrend geben sie nun im Vergleich zum Vortag um fast einen Euro nach. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 67,65 Euro. Obwohl die Preise zurückgegangen sind, befinden sie sich weiterhin im Bereich ihres Vierwochenhochs.

 

 

Die mobene Unternehmensgruppe