US-Sanktionen gegen Venezuela stützen Ölpreise leicht

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro lehnt Neuwahlen weiterhin ab. Die USA erhöhen daher den Druck und verhängen Sanktionen gegen die Ölindustrie.

 

Wirtschaftlicher Pessimismus bestimmte gestern die Preisbildung am Ölmarkt. Die Rohölpreise gingen um mehrere US-Dollar zurück und erreichten den niedrigsten Stand seit zwei Wochen. Auslöser war eine bearishe Meldung aus China, wo die Gewinne der Industrieunternehmen im Dezember den zweiten Monat in Folge gesunken sein sollen. Hinzu kam die Einschätzung von Baker Hughes, die Zahl aktiver US-Ölbohranlagen sei in der vergangenen Woche gestiegen. Heute wandelt sich die Impulslage und Marktteilnehmer blicken nach Saudi-Arabien und Venezuela.

 

Saudi-Arabien: Kürzungsquote übererfüllt

OPEC-Mitgliedsstaat Saudi-Arabien wird seine Ölproduktion stärker zurückfahren als angekündigt. Laut OPEC-Abkommen von Anfang Dezember hatte sich Saudi-Arabien bereiterklärt, seinen Output auf 10,33 Millionen Barrel pro Tag zu senken. Ursprünglich lag die Tagesförderung des OPEC-Mitgliedsstaats bei 10,8 Millionen Barrel. Der saudi-arabische Ölminister Khalid Al-Falih erklärte nun in einem Interview, man werde den Output noch deutlicher drosseln. Im Januar werde Saudi-Arabien täglich 10,2 Millionen Barrel produzieren. Für Februar liege das Förderziel bei 10,1 Millionen Barrel pro Tag. Al-Falih zufolge wird das Kartellmitglied für die gesamte Dauer des Abkommens freiwillig unterhalb der vereinbarten Quote bleiben. Die OPEC hatte sich im Dezember mit externen Ölproduzenten wie Russland auf Produktionskürzungen geeinigt. Insgesamt sollen ab Januar für sechs Monate täglich 1,2 Millionen Barrel pro Tag vom Markt genommen werden.

 

Venezuela: Sanktionen gegen staatlichen Ölkonzern

Die USA erhöhen den Druck auf die venezolanische Regierung und Sanktionen gegen die Ölindustrie verhängt. Das gaben US-Finanzminister Steven Mnuchin und der nationale Sicherheitsberater John Bolton bekannt. Sanktioniert werde der staatliche Ölkonzern PDVSA. Dazu zähle, Vermögenswerte des Konzerns auf US-Konten einzufrieren. Zwar dürfe weiterhin Öl aus Venezuela gekauft werden, allerdings müsse die Bezahlung auf ein Sperrkonto in den USA erfolgen. So sollen von venezolanischem Öl abhängige US-Raffinerien weiter betrieben werden können, die venezolanische Regierung um Präsident Maduro aber von Einnahmen aus dem Ölhandel abgeschnitten werden. Die USA streben einen Regimewechsel in dem südamerikanischen Staat an. In der vergangenen Woche hatte sich der Oppositionelle Juan Guaidó zum Interimspräsidenten erklärt und Neuwahlen gefordert. Präsident Maduro demonstrierte zuletzt gemeinsam mit Unterstützern aus dem Militär seine Macht.

Mit den umfangreichen Produktionskürzungen Saudi-Arabiens und den Ölsanktionen der USA ist die Nachrichtenlage am Morgen eindeutig bullish. Die Rohölpreise tendieren daher zu Handelsbeginn etwas aufwärts. Nachdem sie gestern um fast zwei US-Dollar zurückgingen, legen sie heute leicht zu. WTI wird bei 52,06 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 59,98 US-Dollar. Die Referenzsorten sind somit auf Zweiwochentiefs gesunken. Zweieinhalb Wochen lang haben sich die Heizölpreise hierzulande seitwärts bewegt. Heute ändern sie ihre Richtung und wechseln in eine Abwärtsbewegung. Im Vergleich zum Vortag sind sie um 1,30 Euro gesunken. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 66,38 Euro. Damit befinden sich die Preise auf dem niedrigsten Stand seit drei Wochen.

 

 

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