US-Schieferölboom löst Einbruch der Rohölpreise aus

Mit ihrer Einschätzung zur Entwicklung der US-Schieferölförderung schürt die EIA weitere Zweifel an der Wirksamkeit der OPEC-Produktionskürzungen.

 

Die bearishen Marktprognosen gelangen mit näher rückendem Jahresende immer mehr in den Fokus. Anleger und Analysten bezweifeln, dass die moderaten Kürzungen der OPEC dem Überangebot dauerhaft werden entgegenwirken können. Denn selbst an den bevorstehenden Kürzungsmaßnahmen beteiligte Ölproduzenten nutzen den laufenden letzten Monat des Jahres noch für Produktionssteigerungen. So erreicht Russlands Ölförderung im Dezember mit 11,42 Millionen Barrel pro Tag ein Rekordhoch. Es verwundert daher nicht, dass die Umsetzung der angekündigten Produktionskürzungen in Russland mehrere Monate dauern wird. Marktteilnehmer rechnen folglich mit dem Fortbestehen der Überversorgung. Hierzu wird auch die stetig wachsende US-Ölförderung beitragen.

 

Boom der US-Schieferölindustrie

Die USA werden ihre Förderaktivität in Schieferölgebieten voraussichtlich stetig weiter ausbauen. Darauf wies die Energy Information Administration (EIA) in ihrem gestern Abend veröffentlichten Monatsbericht hin. Aufgrund des enormen Förderpotenzials sei ein kontinuierlicher Anstieg der US-Schieferölförderung zu erwarten. Laut EIA werden in den US-Schieferölgebieten im Dezember täglich 8,03 Millionen Barrel gefördert werden. Im Vergleich zum Vormonat entspricht dies einer Produktionssteigerung um 200.000 Barrel pro Tag. Nächstes Jahr werde der Trend anhalten. Für Januar rechnet die EIA mit einer Tagesförderung von 8,17 Millionen Barrel. Die Einschätzung der EIA beruht auf dem großen Wachstumspotenzial der US-Ölförderung. So befindet sich nicht nur die von Baker Hughes verzeichnete Zahl aktiver Ölbohranlagen auf einem hohen Niveau. US-weit gibt es laut EIA so viele angebohrte Ölquellen wie nie zuvor. Insgesamt gebe es 8.723 solch potenzieller Förderorte. Innerhalb von zwei Jahren ist die Zahl der Ölquellen somit um mehr als 3.000 gestiegen. Der Produktionsbericht der EIA verdeutlicht, dass die USA ihre Förderung jederzeit steigern und die weltweite Überversorgung ausbauen können.

 

US-Referenzsorte fällt auf Jahrestief

Die Prognose zur stetig wachsenden US-Förderaktivität wirkt kurz vor dem für Januar erwarteten Nachfrageeinbruch besonders bearish. Marktteilnehmer sind bereits äußerst skeptisch gegenüber der Wirksamkeit der OPEC-Produktionskürzungen. Die Marktprognosen von OPEC, International Energy Agency und nun EIA schüren zusätzlich Zweifel. Gestern sind die Rohölpreise daher eingebrochen. WTI ist auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahr gerutscht, während Brent auf sein Dreiwochentief gefallen ist. Am Morgen behalten sie diese Preisniveaus bei, tendieren aber leicht abwärts. WTI wird bei 48,93 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 58,46 US-Dollar kostet. Die Heizölpreise setzen ihren einwöchigen Seitwärtstrend heute fort. Noch immer bewegen sie sich mit leichten Schwankungen um die 70-Euro-Marke herum. Damit verharren die Preise hierzulande im Bereich ihrer Dreieinhalbmonatstiefs. Aktuell kosten 100 Liter im Deutschlanddurchschnitt 69,50 Euro.

 

 

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