Verhaltene Seitwärtsbewegung der Rohölpreise hält an

Die zweite Woche in Folge sollen die US-Rohölvorräte gesunken sein. Gleichzeitig deutet der API-Report auf eine noch schwache Produktnachfrage hin.

 

Seit Wochenbeginn bewegen sich die Rohölpreise auf Zweimonatshochs. Marktteilnehmer zeigten sich zuletzt optimistisch. Es gab Hinweise auf eine Erholung von Wirtschaft und Ölnachfrage. Bei bullisher Impulslage knackte das US-Rohöl WTI zwischenzeitlich die 33 US-Dollar, während Brent oberhalb von 35 US-Dollar gehandelt wurde. Heute Vormittag scheint die Euphorie zunächst verflogen. Das liegt auch daran, dass Jerome Powell seinen zuversichtlichen Konjunkturausblick vom Wochenende gestern einschränkte. Gemeinsam mit US-Finanzminister Steven Mnuchin sprach der US-Notenbankchef vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Powell zufolge wird sich die wirtschaftliche Erholung durch Entlassung von Staatsangestellten verlangsamen. Er forderte staatliche Wirtschaftshilfen. Andernfalls werde sich die amerikanische Wirtschaft nicht vor Ende 2021 von der Corona-Krise erholen. Noch am Wochenende klang Powell weitaus optimistischer. In einem Interview mit dem Fernsehsender CBS hatte er erklärt, ab dem dritten Quartal mit einem stetigen Wirtschaftswachstum zu rechnen. Zwar betonte Powell in dem Interview bereits, eine vollständige Wirtschaftserholung werde sich erst im nächsten Jahr abzeichnen. Doch in seiner Rede vor dem Senat überwiegen Forderungen und Warnungen, die am Markt für Verunsicherung sorgen.

US-Rohölvorräte wohl mit zweitem Rückgang in Folge

In der vergangenen Woche hatte das US-amerikanische Department of Energy (DOE) überraschend gemeldet, die US-weiten Rohölvorräte seien zuletzt gesunken. Nun könnten die Bestände die zweite Woche in Folge verkleinert worden sein. Das geht aus den gestern bekannt gewordenen Einschätzungen des American Petroleum Institute (API) hervor. Hatten Analysten mit einem leichten Anstieg der Rohölvorräte um eine Million Barrel gerechnet, geht das API von einem deutlichen Rückgang um 4,8 Millionen Barrel aus. Demgegenüber enttäuscht die Entwicklung der Produktvorräte. Die Bestände an Destillaten sollten laut Analystenprognosen um maximal 1,3 Millionen Barrel gewachsen sein. Das API meldet jedoch einen Anstieg um 5,1 Millionen Barrel. Auch die Entwicklung der Benzinbestände bleibt hinter den Erwartungen zurück. Analysten waren von einem Rückgang um 2,1 Millionen Barrel ausgegangen. Laut API sind die US-weiten Benzinvorräte allerdings nur um 700.000 Barrel verkleinert worden.

Trotz bullisher Abbauten der Rohölvorräte wird der API-Report daher neutral bewertet. Marktteilnehmer warten ab, wie der Vergleichsbericht des DOE am Nachmittag ausfallen wird. Sollte sich der zweite wöchentliche Bestandsrückgang bestätigen, könnte dies den Rohölpreisen etwas Aufwind verleihen. Am Morgen orientieren sie sich nahe ihrer Zweimonatshochs seitwärts. WTI wird bei 32,01 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 34,80 US-Dollar. Die Heizölpreise sind in den vergangenen Tagen aus ihren Vierjahrestiefs geklettert. Zwischen Wochenende und dem Beginn der neuen Woche legten sie um etwa vier Euro zu. Gestern knackten sie hierzulande die 50-Euro-Schwelle. Heute rutschen die Heizölpreise direkt wieder unter diese Marke. Im Vergleich zum Vortag geben sie um durchschnittlich 60 Cent nach. Damit kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt aktuell 49,70 Euro.

 

 

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