Wachsende OPEC-Kritik bremst Aufwärtstrend der Ölpreise

Nicht nur die Umsetzung der Produktionskürzungen wird am Markt skeptisch beäugt. Auch die grundlegende Zusammenarbeit der OPEC steht in der Kritik.

 

Preisschwankungen bestimmen seit Wochenstart die Preisbildung am Ölmarkt. Am Montag gingen die Rohölpreise wegen Skepsis gegenüber den OPEC-Produktionskürzungen zurück. Am Dienstag folgte eine Aufwärtsbewegung, nachdem das American Petroleum Institute (API) umfangreiche Bestandsabbauten gemeldet hatte. Laut API ist der US-Rohölvorrat in der vergangenen Woche um 10,2 Millionen verkleinert worden. Dementgegen fielen die Vergleichsdaten des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) gestern enttäuschender aus. Die Rohölpreise beendeten den Handelstag daher mit Verlusten von 50 bis 80 Cent.

 

Nur geringer US-Bestandsabbau laut DOE

Die US-Bestände an Rohöl und Destillaten sind zuletzt abgebaut worden, während bei den Benzinvorräten Aufbauten zu verzeichnen waren. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Bestandsbericht des DOE hervor. Demnach sind die US-weiten Rohölvorräte die zweite Woche in Folge gesunken. Hatte das API die Markterwartungen am Dienstag noch übertroffen, bleibt die Einschätzung des DOE hinter vorangegangenen Prognosen zurück. Um lediglich 1,2 Millionen Barrel sei der US-Rohölbestand zurückgegangen. Zurückzuführen ist der nur geringe Bestandsabbau laut DOE darauf, dass die USA mehr Öl importiert und weniger exportiert hätten. Einen Bestandsrückgang in ähnlichem Umfang hat das DOE bei den Destillaten verzeichnet. Die Vorräte seien US-weit um 1,5 Millionen Barrel abgebaut worden. Grund sei die gestiegene Nachfrage. Insgesamt hinterlässt der DOE-Report mit Bestandsabbauten und Nachfrageanstieg einen leicht bullishen Eindruck, wenngleich nicht im selben Umfang wie zuvor der API-Bericht.

 

Politische Spaltung innerhalb der OPEC

Nur wenige Tage nach der Einigung auf eine gemeinsame Produktionsstrategie für das nächste Jahr zeichnen sich Spannungen innerhalb der OPEC ab. Dem iranischen Ölminister Bijan Zanganeh zufolge bestehen zwischen den Kartellmitgliedern ernsthafte politische Meinungsverschiedenheiten. Bereits im Vorfeld der jüngsten OPEC-Konferenz war deutlich geworden, dass die Ölproduzenten sowohl produktionstechnisch als auch politisch unterschiedliche Strategien verfolgen. Der bevorstehende Austritt Katars aus der OPEC und verhärtete Fronten zwischen den Kartellmitgliedern erschüttern das Marktvertrauen in die OPEC. Die Rohölpreise tendieren am Morgen oberhalb ihrer gestrigen Schlusskurse aufwärts, vermutlich gestützt von den Bestandsberichten und den OPEC-Kürzungen. Doch eine Preisrallye ist nicht abzusehen. Vielmehr beschränkt die schwierige Zusammenarbeit der OPEC das Aufwärtspotenzial der Preise. WTI wird bei 51,24 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 60,35 US-Dollar. Die Heizölpreise entfernen sich einen kleinen Schritt von ihrem Dreimonatstief, indem sie heute über die 70-Euro-Marke klettern. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 70,34 Euro. Der Dezember bleibt damit weiterhin schwankungsreich und die Heizölpreise nahe ihrer Niveaus aus dem Sommer.

 

 

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