Wochenstart mit Rohölpreisen auf Zweimonatshochs

Seit Ende November waren die Ölpreise nicht mehr so hoch wie heute. Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit und sinkendes US-Förderpotenzial stützen.

 

Mit Gewinnen von drei bis vier US-Dollar beendeten die Rohölpreise die vergangene Handelswoche. Zwar hatten Marktprognosen der OPEC und des US-Energieministeriums die Sorge vor einem beständigen Überangebot verstärkt. Doch umfangreiche Produktionskürzungen der OPEC-Mitgliedsstaaten sorgten umgehend für Optimismus und preislichen Aufwind. Auch Spekulationen über eine Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China wirkten bullish. Berichten des Wall Street Journal zufolge erwägen die USA die Aufhebung mancher oder aller Strafzölle auf chinesische Importe. Vorgeschlagen worden sei die Strategie von US-Finanzminister Steve Mnuchin. Ziel sei, China zu Zugeständnissen zu bewegen. China machte indes einen Vorschlag zur Reduzierung seines Handelsüberschusses.

 

China: Kein Handelsüberschuss mehr ab 2024

Im Handelsstreit zwischen den USA und China zeichnen sich Verhandlungsfortschritte ab. Wie der Nachrichtensender Bloomberg unter Berufung auf Insiderkreise berichtet, hat China den USA die Ankurbelung seiner Importe angeboten. Demnach ist China bereit, in den nächsten sechs Jahren eine Billion US-Dollar mehr für US-amerikanische Güter auszugeben. Damit würde China seinen bestehenden Handelsüberschuss bis 2024 auf null senken. Dieser Vorschlag wurde der US-Delegation laut Bloomberg im Rahmen der Peking-Verhandlungen zu Jahresbeginn unterbreitet. Die US-Delegation habe sich allerdings skeptisch gezeigt und weitere Zugeständnisse gefordert. Obwohl sich beide Seiten aufeinander zu bewegen, ist die Beilegung des Handelsstreits bislang nicht in Sicht. Auch die von Mnuchin vorgeschlagene Lockerung der Zölle auf chinesische Importe ist in naher Zukunft unwahrscheinlich, wie es nun aus US-Regierungskreisen heißt.

 

USA: Deutlich weniger Ölbohranlagen aktiv

Die Zahl aktiver US-Ölbohranlagen ist in der vergangenen Woche eingebrochen. Baker Hughes hat den stärksten Rückgang seit drei Jahren verzeichnet. US-weit seien in der Vorwoche 21 Anlagen deaktiviert worden. Insgesamt seien noch 852 Ölbohranlagen in Betrieb, so wenig wie zuletzt vor acht Monaten. Die Zahlen von Baker Hughes lassen vermuten, dass die Deaktivierung der Ölbohranlagen eine Reaktion auf die Ende 2018 niedrigen Ölpreise war. Dass das Wachstumspotenzial der US-Ölförderung so stark zurückgegangen ist, wird am Markt bullish interpretiert. Schließlich ist das US-Förderpotenzial bedeutender Faktor für die Entstehung eines Überangebots. Die Rohölpreise bewegen sich daher am Morgen auf ihren höchsten Niveaus seit achteinhalb Wochen aufwärts. WTI wird bei 53,90 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 62,75 US-Dollar kostet. Die Heizölpreise tendieren inzwischen seit zehn Tagen seitwärts. Ihre Bewegungsspanne betrug maximal einen Euro. Mit nur geringen Schwankungen halten sie sich konstant im Bereich ihrer Viereinhalbwochenhochs. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 67,42 Euro.

 

 

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