Zu Wochenstart neue Mehrmonatsrekorde der Ölpreise

Mit Optimismus endeten die US-chinesischen Gespräche am Freitag. Neue Verhandlungen sind für diese Woche angesetzt und wecken Hoffnung auf Einigung.

 

In der vergangenen Handelswoche waren die Blicke der Marktteilnehmer an Rohstoff- und Finanzbörsen auf Peking gerichtet. Hier fanden mehrtägige Gespräche im US-chinesischen Handelsstreit statt. Die Verhandlungen endeten am Freitag mit Optimismus auf beiden Seiten. Chinas Staatschef Xi Jinping sprach von wichtigen Fortschritten, während US-Präsident Donald Trump den extrem guten Verlauf lobte. Trump zufolge ist man einer Einigung näher als jemals zuvor. Die US-Regierung erwäge daher, die Frist für einen Deal zu verschieben und erst ab dem 2. März angekündigte Strafzölle einzuführen. In dieser Woche werden die Gespräche in Washington fortgeführt. Dass nach monatelangen Verhandlungen Hoffnung auf eine Annäherung besteht, wird am Markt bullish interpretiert. Hinzu kommt die Abschaltung des größten Öffshore-Ölfeldes Saudi-Arabiens. Der OPEC-Mitgliedsstaat musste das Safaniya-Ölfeld mit einer Kapazität von 1,2 bis 1,5 Millionen Barrel pro Tag vermutlich wegen Reparaturarbeiten außer Betrieb nehmen. Es besteht somit die Aussicht auf anhaltend geringen Output und eine positive Wirtschaftsentwicklung.

 

USA: Wenige Ölbohranlagen aktiviert

Zum zweiten Mal in Folge ist die Zahl US-weit aktiver Ölbohranlagen gestiegen. Nach Einschätzung von Baker Hughes sind in der vergangenen Woche drei zusätzliche Anlagen in Betrieb genommen worden. Insgesamt seien damit 857 Anlagen aktiv. Bereits in der Vorwoche hatte Baker Hughes einen Anstieg verzeichnet. Dennoch ist seit Jahresbeginn ein Abwärtstrend zu beobachten. Im Vergleich zu Anfang Januar sind derzeit 28 Anlagen weniger in Betrieb. Dass die Zahl aktiver US-Ölbohranlagen rückläufig ist, führen Experten auf die Ölpreisentwicklung zurück. Lagen die Rohölpreise noch im Herbst 2018 auf Mehrjahreshochs, gaben sie in den vergangenen Monaten merklich nach. Im Zuge des Preisrückgangs haben US-Unternehmen ihre Ölsuche offenbar zurückgefahren.

 

Venezuela: Sanktionen erschweren Exporte

Die US-Sanktionen haben offenbar eine stärkere Wirkung auf die venezolanische Ölproduktion und Exporte als zunächst angenommen. Ursprünglich war vermutet worden, dass der Handel zwischen Venezuela und bedeutenden Abnehmern wie Russland von den Sanktionen unberührt bleiben würde. Man war davon ausgegangen, die Handelspartner würden alternative Wege finden und die Sanktionen umgehen. Doch neben dem niederländischen Unternehmen Trafigura hat auch eines aus Russland den Handel mit Venezuela eingestellt. Litasco, Tochtergesellschaft des zweitgrößten russischen Förderunternehmens Lukoil, hat seine Geschäfte in Venezuela gestoppt. Der Vorstandsvorsitzende von Lukoil bestätigte, Litasco liefere derzeit keine Ölprodukte in das südamerikanische Land und beziehe von dort auch kein Öl. Die US-Sanktionen schränken aber nicht nur die Exporte ein, sondern haben unmittelbare Wirkung auf die Ölproduktion. Nach Angaben der OPEC ist der venezolanische Output im Januar um 59.000 Barrel pro Tag auf 1,1 Millionen Barrel pro Tag gesunken.

Nun haben die USA signalisiert, die Sanktionen gegen Venezuela möglicherweise zu verschärfen. Ähnlich der Iransanktionen könnten allen Unternehmen Strafen drohen, die weiterhin Handel mit Venezuela betreiben. Die Nachrichten aus Venezuela, Saudi-Arabien, den USA und China sorgen am Markt für eine klar bullishe Impulslage. Am Morgen tendieren die Rohölpreise im Bereich ihrer Dreimonatshochs aufwärts. WTI wird bei 56,08 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 66,67 US-Dollar. Von Mitte Januar bis Mitte Februar haben sich die Heizölpreise nur geringfügig bewegt. Hierzulande tendierten sie in einer Spanne von bis zu zwei Euro seitwärts. In der vergangenen Woche fand der wochenlange Seitwärtstrend sein Ende. Innerhalb weniger Tage legten die Preise um ungefähr 2,50 Euro zu und kletterten über die 70-Euro-Schwelle. Mit 70,62 Euro kosten 100 Liter Heizöl aktuell so viel wie seit Anfang Dezember 2018 nicht mehr.

 

 

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