Abwärtsbewegung der Rohölpreise am Mittwochmorgen

Am Mittwoch belasten die Entwicklung der Corona-Pandemie und die Aussicht auf ein wachsendes Ölangebot die Stimmung an den Terminbörsen.

 

In den USA startete diese Handelswoche mit einem Feiertag. Entsprechend verhalten fiel der Wochenbeginn an den Terminbörsen aus. Auf dem niedrigsten Preisniveau seit sieben Tagen beendeten die Rohöl-Futures den Montag. Das US-Rohöl WTI wurde zu Handelsschluss unterhalb von 40 US-Dollar gehandelt, während die Nordseesorte Brent weniger als 43 US-Dollar pro Barrel kostete. Und auch über den Montag hinaus hat der US-Feiertag Einfluss auf die Impulslage an den Terminbörsen. Denn feiertagsbedingt werden die dieswöchigen Bestandsberichte des American Petroleum Institute (API) und des US-Energieministeriums mit einem Tag Verzögerung veröffentlicht. Richtungsweisende Impulse sind daher bislang ausgeblieben. Erst am heutigen Abend wird der Report des API bekannt werden. Bis heute ist die Marktstimmung gedrückt. Hintergrund ist die Entwicklung der Corona-Pandemie.

Sorge vor Lockdowns belastet Marktstimmung

Mehr als 38 Millionen Corona-Infektionen wurden weltweit bereits verzeichnet, während über eine Million Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 bekannt sind. An den Terminbörsen reagiert man sensibel auf die voranschreitende Ausbreitung des Virus. In der Rückkehr zu teilweisen Lockdowns wie in den Niederlanden sieht man eine Gefahr für die wirtschaftliche Erholung. Marktteilnehmer fürchten weitere und langfristige Einschnitte in Wirtschaft und Ölnachfrage. Gehofft hatte man daher zuletzt insbesondere auf Fortschritte in der Impfstoffentwicklung. Doch die Corona-Forschung hatte jüngst Rückschläge zu verzeichnen. Sowohl der Pharmakonzern Johnson & Johnson als auch Wettbewerber Eli Lilly kündigten an, ihre laufenden Studien vorübergehend einzustellen. Hintergrund war bei Johnson & Johnson die ungeklärte Erkrankung eines Studienteilnehmers. Bei Eli Lilly führten Sicherheitsbedenken zur Unterbrechung der Studie. Die Aktien beider Konzerne gaben nach Bekanntwerden der Stopps umgehend nach. Auch auf die Terminbörsen haben die Rückschläge in der Impfstoffforschung einen bearishen Effekt.

Saudi-Arabien und Russland fordern Quotentreue

Nach einem Telefonat zwischen Russlands Präsidenten Wladimir Putin und Saudi-Arabiens Kronprinzen Mohammed bin Salman haben beide Länder zur Einhaltung des vereinbarten Produktionsabkommens aufgerufen. Man sei sich darin einig, dass die Zusammenarbeit der ölproduzierenden Länder für die Marktstabilität wichtig sei. Der Appell Russlands und Saudi-Arabiens kommt wenige Tage vor der nächsten Absprache des Joint Ministerial Monitoring Committee (JMMC), das die Marktsituation und die Produktionszahlen der OPEC+-Produzenten beobachtet. Auf Grundlage der JMMC-Einschätzung findet dann im Dezember die nächste Vollversammlung der OPEC+ statt. Im Fokus stehen wird die für Januar 2021 geplante Lockerung der Kürzungsmaßnahmen. Vorgesehen ist, den Output nicht mehr um 7,7 Millionen Barrel pro Tag zu drosseln, sondern nur noch um 5,7 Millionen Barrel pro Tag.

Aus dem jüngste OPEC-Monatsbericht geht indes hervor, dass umfangreiche Produktionskürzungen weiterhin notwendig wären. In ihrem Report korrigierte die OPEC das erwartete Nachfragewachstum nach unten, während die Prognose für das Produktionswachstum in Nicht-OPEC-Ländern nach oben korrigiert wurde. Rückschläge in der Corona-Impfstoffforschung und die Aussicht auf einen größer werdenden Angebotsüberschuss bewegen die Rohölpreise am Morgen abwärts. WTI wird bei 39,96 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 42,22 US-Dollar. Etwa einen Monat lang haben sich die Heizölpreise seitwärts bewegt. Seit Anfang September lagen sie hierzulande ohne große Schwankungen zwischen 40 und 42 Euro. In den vergangenen Tagen waren dann deutliche Auf- und Abwärtsbewegungen zu beobachten. Zwischenzeitlich kletterten die Heizölpreise um durchschnittlich mehr als 25 Euro, fielen am nächsten Tag aber umgehend wieder unter die 43-Euro-Marke. Nahezu unverändert im Vergleich zum Vortag, bewegen sich die Preise heute auf diesem Niveau. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 42,47 Euro.

 

 

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