Abwärtsbewegung der Rohölpreise am Morgen

In Libyen zeichnet sich eine Stabilisierung der Ölproduktion ab. In den nächsten Tagen könnte der Tagesoutput um mehrere Hunderttausend Barrel steigen.

 

Auf Zehntageshochs haben die Rohölpreise die Vorwoche beendet. Erstmals seit Monatsbeginn lag das US-Rohöl WTI oberhalb von 41 US-Dollar, während die Nordseesorte Brent bei mehr als 43 US-Dollar gehandelt wurde. In die neue Handelswoche starteten die Rohöl-Futures vor wenigen Tagen etwa zwei US-Dollar unterhalb dieser Preisniveaus. Auch am Mittwochmorgen ist die Stimmung unter Marktteilnehmern vorwiegend verhalten. Wegen bearisher Vorgaben aus den USA und aus Libyen orientieren sich die Rohölpreise abwärts. Auf ihre heutigen Eröffnungskurse haben WTI und Brent bereits zwischen 20 und 50 Cent verloren.

API meldet Anstieg der US-Rohölbestände

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Rohölvorräte überraschend gewachsen, während die Produktbestände unerwartet deutlich zurückgegangen sind. Das geht aus dem gestern Abend bekannt gewordenen Wochenbericht des American Petroleum Institute (API) hervor. Nach den bullishen Reports aus der Vorwoche gingen Analysten erneut von einem Rückgang der US-Rohölvorräte aus. Erwartet wurden Abbauten um bis zu vier Millionen Barrel. Laut API sind die US-weiten Bestände an Rohöl allerdings um etwa 690.000 Barrel ausgebaut worden. Auch die Vorräte im zentralen Lagerort Cushing seien zuletzt gewachsen, um fast 300.000 Barrel. Umso bullisher fällt die Einschätzung des API in den Produktkategorien aus. Sowohl die Benzinbestände als auch die Vorräte an Destillaten seien zuletzt überraschend zurückgegangen. Haben Analysten einen Rückgang der Benzinvorräte um maximal 1,9 Millionen Barrel erwartet, sind sie laut API sogar um 7,7 Millionen Barrel gesunken. Bei den Beständen an Destillaten hat man im Vorfeld hingegen mit einem Anstieg um 1,2 Millionen Barrel gerechnet. Dem API zufolge sind sie jedoch um 2,1 Millionen Barrel verkleinert worden. Während die Entwicklung der US-Produktvorräte bullish interpretiert wird, verstärken die ausgebauten Rohölbestände die Sorge vor einer anhaltend schwachen Nachfrage. Marktteilnehmer warten nun auf den Vergleichsbericht des US-Energieministeriums. Dieser gibt neben der Bestandsentwicklung auch Aufschluss über Ölproduktion sowie Im- und Exporte der USA.

Libyen fährt Ölproduktion wieder hoch

Noch Anfang des Jahres lag Libyens Tagesoutput bei mehr als einer Million Barrel. Blockaden von Ölfeldern und Häfen hatten in den vergangenen Monaten einen Einbruch der Produktions- und Exportaktivität zur Folge. Inzwischen ist die libysche Ölproduktion auf 90.000 Barrel pro Tag abgesackt. Aus Kreisen der staatlichen National Oil Corporation heißt es nun, an einigen Ölfeldern werde derzeit die Arbeit wieder aufgenommen. Zu erwarten sei ein Anstieg der Tagesproduktion auf 310.000 Barrel in den nächsten Tagen. Bis Jahresende könnte der libysche Output weiter steigen. Sollte sich der Machtkampf kontinuierlich entspannen, ist laut Analysten ein Produktionsanstieg auf 500.000 bis eine Million Barrel pro Tag möglich.

Die Aussicht auf zusätzliche Ölmengen für den internationalen Markt drückt die Stimmung an den Terminbörsen zur Wochenmitte. Beide Referenzsorten orientieren sich am Morgen abwärts. WTI wird bei 39,31 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 41,29 US-Dollar. Die Heizölpreise behalten heute ihre Niveaus von gestern bei, geben durchschnittlich lediglich um zehn Cent nach. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 41,57 Euro.

 

 

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