Abwärtsbewegung der Rohölpreise am Morgen

Beide Bestandsberichte überraschten mit einem Einbruch der US-Rohölvorräte. Doch der verhaltene Wirtschaftsausblick der US-Notenbank dämpft die Stimmung.

 

Auch heute starten die Rohölpreise im Bereich ihrer Viermonatshochs in den Handelstag. Bereits seit Anfang Juni geht WTI für gewöhnlich oberhalb von 41 US-Dollar aus dem Handel. Der Brent-Preis liegt seitdem konstant über der 43-US-Dollar-Marke. Weiterhin bestimmt das Spannungsfeld zwischen niedriger Ölnachfrage und Hoffnung auf wirtschaftliche Erholung das Marktgeschehen. Entsprechend orientieren sich die Rohölpreise vorwiegend seitwärts. Einen grundsätzlich stützenden Effekt haben die dieswöchigen Bestandsberichte aus den USA. Nach dem American Petroleum Institute (API) berichtete gestern auch das US-amerikanische Department of Energy (DOE) von einem deutlichen Rückgang der US-weiten Rohölvorräte. Doch die wirtschaftlichen Aussichten sorgen weiterhin für Verunsicherung, insbesondere nach den jüngsten Einschätzungen der US-Notenbank Fed. Das Spannungsfeld zwischen bullishen und bearishen Impulsen bleibt damit bestehen.

DOE meldet Abbauten im zweistelligen Millionenbereich

In der vergangenen Woche sind die US-Rohölvorräte stark zurückgegangen, während bei den Produktbeständen leichte Aufbauten zu verzeichnen waren. Das geht aus dem gestern Nachmittag veröffentlichten Wochenbericht des DOE hervor. Der Report bestätigt die vorangegangenen Einschätzungen des API in der Tendenz. Laut DOE ist die US-Raffinerieauslastung in der Vorwoche auf 79,5 Prozent gestiegen. Täglich seien 389.000 Barrel mehr verarbeitet worden als zuvor. Der gestiegene Rohölbedarf der US-Raffinerien hat einen Rückgang der Rohölvorräte offenbar begünstigt. Zusätzlich unterstützt wurde der Bestandseinbruch von rückläufigen Ölimporten. In der Berichtswoche haben die USA laut DOE 5,6 Millionen Barrel weniger importiert als noch in der Vorwoche. Bei hoher Raffinerieauslastung und rückläufigen Importen seien die US-weiten Rohölvorräte um 10,6 Millionen Barrel abgebaut worden. Das API hatte am Dienstagabend einen Rückgang um 6,8 Millionen Barrel gemeldet. Geringfügige Aufbauten sehen beide Einrichtungen indes bei den Produktvorräten. So hat das DOE einen Anstieg der Benzinvorräte um 700.000 Barrel verzeichnet, während die Bestände an Destillaten um 500.000 Barrel gewachsen seien. Insbesondere der Ausbau der Kraftstoffvorräte sorgt während der laufenden Fahrsaison für Verunsicherung. Trotz deutlicher Abbauten der US-Rohölvorräte reagieren Marktteilnehmer daher verhalten auf die Wochenberichte von API und DOE.

Fed erwartet langsamere wirtschaftliche Erholung

Nach zweitägiger Sitzung hat die US-Notenbank angekündigt, den Leitzins unverändert bei 0,0 bis 0,25 Prozent zu belassen. Fed-Chef Jerome Powell betonte, man werde weiterhin „die volle Bandbreite“ zur Verfügung stehender Instrumente einsetzen. Ziel bleibe, die US-Wirtschaft anzukurbeln und den wirtschaftlichen Schaden durch die Corona-Krise zu begrenzen. Powell zufolge deuten aktuelle Konjunkturdaten allerdings eine langsamere Erholung der US-Wirtschaft an. Bei gemischter Impulslage bewegen sich die Rohölpreise am Morgen im Bereich ihrer Viermonatshochs leicht abwärts. WTI wird bei 40,83 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 43,33 US-Dollar. Die Heizölpreise haben sich nach Wochenstart kaum bewegt. Hierzulande orientierten sie sich zunächst oberhalb von 46 Euro seitwärts. In den vergangenen Tagen gingen die Preise etwas zurück, fielen um durchschnittlich 30 Cent. Heute legen die Heizölpreise wieder zu und klettern zurück auf ihre Niveaus vom Wochenbeginn. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 46,41 Euro.

 

 

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