Abwärtsbewegung der Rohölpreise von gestrigen Hochs

US-Arbeitsmarktdaten und Saudi-Arabiens Lieferpreise haben gestern für einen Aufschwung an den Terminbörsen gesorgt, der bereits heute wieder abflaut.

 

Ein langsamer Anstieg der Rohölpreise zeichnet sich bereits seit Mitte Mai ab. Um etwa elf US-Dollar sind sie in den vergangenen zwei Monaten gestiegen. Zwar sorgt man sich an den Terminbörsen vor einer zweiten Corona-Infektionswelle. Die rekordhohe Zahl der Neuinfektionen in einigen US-Bundesstaaten verstärkte diese Sorge zuletzt. Doch gleichzeitig besteht Hoffnung auf eine stetige Erholung der Weltwirtschaft. Hierzu trugen insbesondere die Arbeitsmarktdaten aus den USA bei. Die Daten verdeutlichen, dass die Aufhebung von Lockdowns umgehend einen positiven Effekt auf die Wirtschaft hat. In den USA zog die Lockerung von Einschränkungen im Juni einen Rückgang der Arbeitslosenquote nach sich. Lag sie im Mai noch bei 13,3 Prozent, fiel sie im vergangenen Monat auf 11,1 Prozent. Diese Meldung stimmte Marktteilnehmer zuversichtlich, dass sich die Märkte Schritt für Schritt von den Auswirkungen der Pandemie erholen werden. Zusätzlich bullish wirkte eine Anpassung der Preispolitik Saudi-Arabiens.

Saudi-Arabien hebt Preise für August-Lieferungen an

Den dritten Monat in Folge hebt Saudi-Arabien seine Ölpreise an. Im August werden fast alle Sorten für Abnehmer in Asien, Europa und den USA teurer. Der asiatische Markt erhält saudi-arabisches Öl für 1,20 US-Dollar mehr als den Durchschnittspreis. Betroffen sind allein für Lieferungen nach Asien mehr als zwölf Millionen Barrel pro Tag. Für gewöhnlich orientieren sich die Ölproduzenten in der Region an der Preispolitik Saudi-Arabiens. Analysten gehen davon aus, dass Kuwait, der Irak und der Iran mit ähnlichen Preiserhöhungen nachziehen werden. An den Terminbörsen wird die Anhebung der Ölpreise als Zeichen für die gestiegene Nachfrage nach saudi-arabischem Öl interpretiert. Während die Nachfrage zuletzt offenbar angekurbelt wurde, ging das Ölangebot weltweit zurück. Die OPEC-Mitgliedsstaaten haben ihren Output im Juni auf den niedrigsten Stand seit 1991 gesenkt. Ihre Kürzungsvorgaben halten die Kartellmitglieder inzwischen zu 107 Prozent ein, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters ergab.

Sorge um Corona-Entwicklung in den USA hält an

In den ersten fünf Julitagen haben 16 US-Bundesstaaten rekordhohe Zahlen bei Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Für Beunruhigung unter Marktteilnehmern sorgt insbesondere, dass auch die bevölkerungsreichsten und wirtschaftlich stärksten Bundesstaaten betroffen sind. In Florida werden erneut Einschränkungen eingeführt, während Kalifornien und Texas Rekordzahlen melden. Sind die Rohölpreise gestern zu Handelsstart noch aus ihrem Seitwärtstrend ausgebrochen, bestimmen am Morgen Nachfragesorgen die Preisentwicklung. Die Referenzsorten haben allein in den ersten Handelsstunden bereits um 40 Cent nachgegeben und etwas Abstand von ihren Viermonatshochs genommen. WTI wird bei 40,18 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 42,71 US-Dollar. Die Heizölpreise setzen heute ihren Seitwärtstrend fort. Bereits seit vier Wochen beträgt ihr Bewegungsspielraum maximal zwei Euro. Zwischen 48 Euro und 50 Euro bewegen sich die Heizölpreise hierzulande konstant. Sind sie noch am Wochenende leicht zurückgegangen, legen die Preise heute wieder etwas zu. Im Vergleich zum Vortag steigen sie um durchschnittlich 50 Cent. Damit kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt aktuell 48,64 Euro.

 

 

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