Abwärtsbewegung der Rohölpreise zu Wochenstart

Am Morgen wurde das US-Konsulat im chinesischen Chengdu geschlossen. Es ist die direkte Reaktion Chinas auf die Schließung des Konsulats in Houston.

 

Vor einer Woche haben die Rohölpreise neue Viermonatsrekorde aufgestellt. Erstmals seit Anfang März wurde das US-Rohöl WTI bei fast 42 US-Dollar gehandelt, die Nordseesorte Brent bei mehr als 44 US-Dollar. Maßgeblich gestützt wurden sie von Fortschritten in der Corona-Forschung, die die Hoffnung auf einen Impfstoff wachsen ließen. Doch im Wochenverlauf sackten die Rohölpreise um fast einen US-Dollar ab. Auslöser waren bearishe Meldungen aus den USA. Für Verunsicherung sorgten insbesondere Auswirkungen der anhaltenden Pandemiesituation, die sich in aktuellen US-Arbeitsmarktdaten widerspiegelten. Erstmals seit April ist die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe gestiegen. In der Woche bis zum 18. Juli sind mehr als 1,4 Millionen Anträge gestellt worden, in der Vorwoche waren es noch 100.000 Erstanträge weniger. Zusätzlich belastet wurde die Marktstimmung vom Verhältnis zwischen den USA und China. Nachdem sich die Beziehung bereits seit Beginn der Corona-Krise deutlich verschlechtert hatte, ordneten die USA in der Vorwoche die Schließung eines chinesischen Konsulats an. Innerhalb von drei Tagen wurde das Konsulat im texanischen Houston geräumt. Heute folgte die Schließung eines US-Konsulats in China.

China schließt US-Konsulat in Chengdu

Als „politische Provokation“ hatte das chinesische Außenministerium die Schließung des Konsulats in den USA bezeichnet. Man forderte die USA auf, die Anweisung zurückzunehmen. Andernfalls werde China „legitim und notwendig“ reagieren. Nach erfolgter Räumung des chinesischen Konsulats in China wurde heute die Reaktion Chinas umgesetzt. Am Montagmorgen wurde die Schließung des US-Konsulats im chinesischen Chengdu vollzogen. Vorangegangen war eine Räumungsfrist von drei Tagen. In den vergangenen Monaten hatte sich das durch den Handelskonflikt bereits angespannte Verhältnis zwischen den USA und China immer weiter zugespitzt. Durch die Konsulatsschließungen ist die Auseinandersetzung diplomatisch eskaliert. An den Märkten fürchtet man Auswirkungen wie eine Rückkehr zum Handelsstreit, die den wirtschaftlichen Effekt der Corona-Krise verstärken würden.

Neuinfektionen in China auf höchstem Stand seit April

In den vergangenen 24 Stunden ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in China auf den höchsten Stand seit mehreren Monaten gestiegen. Die chinesische Gesundheitsbehörde verzeichnete innerhalb eines Tages 61 Neuinfektionen. So viele tägliche Neuinfektionen wurden in China zuletzt im April gemeldet. Besonders betroffen ist mit 41 Neuinfektionen die Region Xinjiang im Nordwesten Chinas. Entsprechend der bearishen Impulslage orientieren sich die Rohölpreise am Morgen abwärts. Das US-Rohöl WTI wird bei 41,22 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 43,26 US-Dollar. Die Heizölpreise sind in der Vorwoche zunächst auf Siebenwochentiefs abgesackt. Erstmals seit Anfang Juni haben sie sich hierzulande unterhalb von 47 Euro bewegt. Zur Wochenmitte kletterten die Preise wieder über diese Marke, gaben zum Wochenende aber wieder nach. Heute verharren die Heizölpreise unverändert auf ihren Wochenendniveaus. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 46,51 Euro.

 

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