Abwärtstendenz der Ölpreise von Zehntageshochs

Weder der Bestandsbericht des US-Energieministeriums noch die Ankündigung der US-Notenbank sorgen heute an den Terminbörsen für eine Überraschung.

 

Nachdem die Rohölpreise in der Vorwoche auf Dreimonatstiefs gefallen sind, legten sie in dieser Woche merklich zu. Gestützt von der Wetterentwicklung im Golf von Mexiko und überraschend bullishen Bestandsdaten des American Petroleum Institute (API), kletterten die Futures um etwa drei US-Dollar. Den gestrigen Handelstag beendeten die Rohölpreise auf dem höchsten Stand seit zehn Tagen. In den Bereich ihrer Sechsmonatshochs sind sie damit allerdings noch nicht zurückgekehrt. Vielmehr geben die Rohöl-Futures am Donnerstagmorgen direkt wieder nach. Ungefähr 40 Cent haben WTI und Brent auf ihre Eröffnungskurse verloren. Auslöser des bearishen Stimmungswandels sind wenig überraschende Ankündigungen der US-Notenbank sowie durchwachsene Bestandsdaten des US-amerikanischen Department of Energy (DOE). Zwar meldete auch das DOE gestern einen Rückgang der US-Rohölvorräte. Doch die Abbauten sind nicht so umfangreich ausgefallen wie am Vortag vom API geschätzt.

DOE meldet weniger umfangreiche Abbauten als API

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Vorräte an Rohöl und Benzin zurückgegangen, während die Bestände an Mitteldestillaten gewachsen sind. Das geht aus dem gestern Nachmittag veröffentlichten Wochenbericht des DOE hervor. Somit fallen die dieswöchigen Einschätzungen von API und DOE unterschiedlich aus. Hat das API am Dienstagabend einen Rückgang der US-Rohölvorräte um 9,5 Millionen Barrel gemeldet, geht das DOE von Abbauten um nur 4,4 Millionen Barrel aus. Damit bleibt das DOE hinter den Erwartungen des API zurück, übertrifft dennoch die vorangegangenen Prognosen von Analysten. Bei den Mitteldestillaten schätzt das DOE, die Vorräte seien in der Berichtswoche um 3,5 Millionen Barrel gewachsen. Dementgegen seien die US-weiten Benzinbestände um etwa 400.000 Barrel verkleinert worden. Nach dem Ende der sommerlichen Fahrsaison rückt die Entwicklung der Vorräte an Mitteldestillaten wieder in den Marktfokus. Angesichts des überraschend bullishen Wochenberichts des API zeigen sich Marktteilnehmer von den Einschätzungen des DOE enttäuscht.

Fed behält Niedrigzins bis 2023 bei

Die aktuelle Zinspolitik der US-Notenbank hat auch in den nächsten Jahren Bestand. Das gab Fed-Chef Jerome Powell gestern bekannt. Man werde alle verfügbaren Instrumente zur Stabilisierung einsetzen, bis zwei Ziele umgesetzt seien. Powell zufolge wird der Zinssatz bis 2023 nahe der Null-Prozent-Marke belassen, um Vollbeschäftigung und eine zweiprozentige Inflation zu erreichen. Auf die marktstabilisierende und langfristige Zusicherung der Fed reagiert man an den Finanz- und Rohstoffbörsen grundsätzlich positiv. Allerdings hatten Anleger und Analysten bereits mit einer Ankündigung wie der gestrigen gerechnet, sodass die langfristigen Maßnahmen wenig überraschend waren.

Vor dem Hintergrund wenig beeindruckender Meldungen aus den USA orientieren sich die Rohölpreise am Morgen abwärts. Auf ihre Eröffnungskurse haben beide Referenzsorten bereits etwa 40 Cent nachgegeben. WTI wird bei 39,82 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 41,93 US-Dollar. Die Heizölpreise bewegen sich weiterhin im Bereich ihrer Mehrjahrestiefs seitwärts. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 41,23 Euro.

 

 

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