Aufwärtsbewegung der Rohölpreise zum Wochenstart

Während die bullishen US-Bestandsberichte aus der Vorwoche nachwirken, stützt auch der rege Austausch zwischen Russland und Saudi-Arabien die Ölpreise.

 

Zehn Tage ist es her, dass die Rohölpreise auf Einmonatshochs geklettert sind. Erstmals seit Anfang September ist das US-Rohöl WTI wieder oberhalb von 41 US-Dollar gehandelt worden, während ein Barrel der Nordseesorte Brent mehr als 43 US-Dollar gekostet hat. Nach einem zwischenzeitlichen Preisrückgang um etwa zwei US-Dollar sind die Rohöl-Futures zum Ende der Vorwoche in den Bereich ihrer Hochs zurückgekehrt. Zwar wird die Entwicklung der Corona-Pandemie an den Finanz- und Rohstoffmärkten weiterhin mit großer Sorge beobachtet. Doch der Blick auf die US-Ölvorräte weckte unter Marktteilnehmern Zuversicht, dass selbst eine schwache Ölnachfrage dem Überangebot begegnen kann. Sowohl das American Petroleum Institute (API) als auch das US-amerikanische Department of Energy (DOE) haben in der vergangenen Woche Abbauten in den drei zentralen Kategorien gemeldet.

Bullishe Bestandsreports von API und DOE

In der Vorwoche meldeten das API und das DOE übereinstimmend, die US-weiten Vorräte an Rohöl, Destillaten und Benzin seien zuletzt zurückgegangen. Mit dieser Einschätzung setzten sie einen bullishen Impuls an den Terminbörsen. So ging das API von einem Rückgang der US-Rohölvorräte um 5,4 Millionen Barrel aus, laut DOE waren Abbauten um 3,8 Millionen Barrel zu verzeichnen. Beide Einrichtungen übertrafen damit die vorangegangenen Prognosen von Analysten. Mit sinkenden Temperaturen und Anlaufen der Heizsaison rücken zudem die Bestände an Destillaten in den Fokus. Auch hier hielten die Wochenberichte bullishe Meldungen bereit. Das API verzeichnete einen Rückgang der US-Bestände an Destillaten um 3,9 Millionen Barrel, während das DOE sogar von Abbauten um 7,2 Millionen Barrel ausging. Bei den Benzinvorräten meldeten API und DOE wie erwartet eine Verringerung der US-Bestände um 1,5 bis 1,6 Millionen Barrel. Dass die US-weiten Ölvorräte in der Berichtswoche in allen drei zentralen Kategorien verkleinert worden sind, wird am Markt bullish interpretiert. Schließlich sieht sich der internationale Markt pandemiebedingt mit einer anhaltend schwachen Nachfrage konfrontiert.

Russland und Saudi-Arabien mit Gesprächsbedarf

Vor den heutigen Beratungen des Joint Ministerial Monitoring Committee (JMMC) der OPEC haben sich Russland und Saudi-Arabien bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit abgestimmt. Wenige Tage nach einem Telefonat zwischen Russlands Präsidenten Wladimir Putin und Saudi-Arabiens Kronprinzen Mohammed bin Salman fand eine weitere Telefonkonferenz zwischen den beiden statt. Erneut bekräftigte man das gemeinsame Interesse an einem stabilen Weltmarkt. Man sei daher bereit, die enge Abstimmung beizubehalten. Der verstärkte Austausch zwischen Russland und Saudi-Arabien lässt Marktteilnehmer zunehmend über die künftige Produktionsstrategie der OPEC+ spekulieren. Bislang ist vorgesehen, die Kürzungsmaßnahmen mit dem Jahreswechsel zurückzufahren und wieder mehr Öl zu produzieren. Die intensiven Gespräche zwischen Russland und Saudi-Arabien könnten allerdings darauf hindeuten, dass man an einer Alternative zur Lockerung arbeitet. Weitere Hinweise erhoffen sich Marktteilnehmer von der heutigen Videokonferenz des JMMC.

Am Morgen orientieren sich die Rohölpreise entsprechend aufwärts. WTI wird bei 41,07 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 43,10 US-Dollar. Die Heizölpreise behalten ihre Seitwärtsbewegung der vergangenen sieben Tage heute bei. Seit einer Woche befinden sie sich hierzulande bereits konstant im Bereich der 42 Euro. Zu Wochenbeginn liegen die Preise unverändert auf ihren Niveaus vom Wochenende und setzen ihren Seitwärtstrend damit fort. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl wie an den Vortagen im Deutschlanddurchschnitt 42,67 Euro.

 

 

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