Aufwärtsbewegung der Rohölpreise zum Wochenstart

Weiterhin beschäftigt die Corona-Infektion Donald Trumps die weltweiten Finanz- und Rohstoffmärkte. In Aussicht steht die baldige Krankenhausentlassung.

 

Der Start in den Oktober verlief an den Terminbörsen turbulent. Ihr Aufwärtspotenzial aus dem September nahmen die Rohöl-Futures lediglich mit in den Vormittag des ersten Oktobertages. Vor dem Wochenende gaben die Rohölpreise deutlich nach und fielen auf Dreiwochentiefs. Zwischen 1,50 und 2,50 US-Dollar verloren die Referenzsorten allein in den ersten beiden Oktobertagen. Neben der bereits seit Monaten grundlegend preisbelastenden Versorgungssituation stürzte besonders die Corona-Infektion Donald Trumps die internationalen Finanz- und Rohstoffmärkte in große Verunsicherung. Sie verstärkte die Skepsis gegenüber einer baldigen Erholung von der Pandemie und rückte bestehende Corona-Sorgen damit in den Marktfokus. Wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl blicken Marktteilnehmer auf den Krankheitsverlauf des US-Präsidenten. Anleger und Analysten sehen den Effekt von Trumps Infektion als Unbekannte, die Kursverläufe und US-Wahlkampf maßgeblich beeinflusst. Zum Wochenstart steht die zügige Entlassung des US-Präsidenten in Aussicht, was den Rohölpreisen am Morgen Aufwind verleiht.

Entlassung Donald Trumps noch heute möglich

Bereits am heutigen Montag könnte US-Präsident Donald Trump das Walter-Reed-Militärkrankenhaus verlassen, in dem er seit einigen Tagen wegen seiner Corona-Infektion behandelt wird. Das erklärte das zuständige Ärzte-Team am Sonntag. Habe Trump noch am Freitag hohes Fieber gehabt, sei dieses inzwischen abgeklungen. Nach Einschätzung der Ärzte ist die Weiterführung der Behandlung auch im Weißen Haus möglich. Die Aussicht auf eine Rückkehr zur Normalität stabilisiert die Rohölpreise am Montagmorgen, wenngleich noch immer Bedenken hinsichtlich des tatsächlichen Gesundheitszustands des US-Präsidenten bestehen. Ausgeräumt werden sollten diese am Wochenende mit einer Ausfahrt Trumps, die im Nachhinein stark kritisiert wurde. Trotz Quarantänevorschriften verließ Trump das Krankenhaus am Sonntag kurzzeitig mit einer Autokolonne. Laut Judd Deere, Sprecher des Weißen Hauses, war die Ausfahrt spontan und mit dem Ärzte-Team abgesprochen. Trump habe seine Anhänger grüßen wollen.

Saudi-Arabien hält Output im September stabil

Verglichen mit den Produktionszahlen aus dem Vormonat August, ist der Output Saudi-Arabiens im September geringfügig zurückgegangen. Wie der Nachrichtensender Bloomberg unter Berufung auf einen Informanten berichtet, lag die Tagesproduktion des OPEC-Mitglieds im September bei 8,97 Millionen Barrel. Im August habe Saudi-Arabien täglich 8,98 Millionen Barrel produziert. Damit wird das im laufenden Kürzungsabkommen festgelegte, individuelle Produktionsziel von knapp weniger als neun Millionen Barrel pro Tag weiterhin eingehalten. Marktteilnehmer interpretieren die Konstanz in der saudi-arabischen Produktion bullish, spricht sie doch für eine erfolgreiche Umsetzung des Abkommens der OPEC+.

Gestützt von den Neuigkeiten aus dem Weißen Haus und den Produktionszahlen Saudi-Arabiens, orientieren sich die Rohölpreise am Morgen aufwärts. Zusätzliches Aufwärtspotenzial verschafft ihnen eine Sturmformation über dem Golf von Mexiko, die Kurs auf das US-Festland nimmt. Auf ihre heutigen Eröffnungskurse haben die Referenzsorten entsprechend bereits mehr als einen US-Dollar gewonnen. WTI wird am Morgen bei 38,02 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 40,19 US-Dollar. Fast zwei Wochen lang haben sich die Heizölpreise hierzulande etwa zwei Euro oberhalb ihrer Mehrjahrestiefs gehalten. Ohne bedeutende Ausbrüche orientierten sie sich seitwärts. Am Feiertagswochenende sackten die Preise nun um ungefähr zwei Euro ab und fielen damit auf neue Tiefstände. Zum Wochenstart behalten sie dieses niedrige Niveau unverändert bei. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 40,18 Euro.

 

 

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