Aufwärtsbewegung führt Ölpreise ins Wochenende

Mit Gewinnen werden die Rohölpreise die Handelswoche heute voraussichtlich abschließen. Die US-Bestandsberichte und drohende Streiks wirken stützend.

 

Nachdem die Rohölpreise Anfang September auf Dreimonatshochs gefallen sind, haben sie sich in der Vorwoche von ihrem Einbruch erholt. WTI ist wieder über die 41-US-Dollar-Marke geklettert, während Brent oberhalb von 43 US-Dollar gehandelt worden ist. In diese Handelswoche starteten die Rohöl-Futures allerdings etwa zwei US-Dollar unterhalb ihrer Vorwochenniveaus. Schwache Nachfrageerwartungen und die Aussicht auf ein in den nächsten Monaten wachsendes Ölangebot belasteten die Marktstimmung. Mit bullishen Bestandsberichten aus den USA entstand im Wochenverlauf dennoch Aufwärtspotenzial. Um etwa einen US-Dollar legten die Rohölpreise in den vergangenen Tagen zu. Neben rückläufigen US-Rohölvorräten wirkten insbesondere drohende Streiks in Norwegen preisstützend.

Norwegens Ölindustrie droht Streik

Mit einer Streikdrohung haben norwegische Gewerkschaften den Druck auf die Arbeitgeber in der Ölindustrie erhöht. Derzeit führen die Gewerkschaften Safe, Industri Energi und Lederne Lohnverhandlungen mit Arbeitgebervertretungen. Mitte der Woche erklärten die Gewerkschaften, bei einem Scheitern der Gespräche werden die Mitglieder in Streik treten. Ab dem 30. September könnten somit mehr als 300 Arbeiter von Ölplattformen streiken. In der Vergangenheit haben Streiks in der Regel etwa zehn Prozent der norwegischen Produktion lahmgelegt. Bei anhaltend schwacher Ölnachfrage und der Aussicht auf eine stetige Lockerung der Kürzungsmaßnahmen der OPEC+ wirkt die Meldung über mögliche Produktionsunterbrechungen in Norwegen am Markt bullish.

Irak steigert Ölexporte bereits im Oktober

Obwohl das Kürzungsabkommen der OPEC+ auf mehrere Jahre angelegt ist, strebt der Irak rasche Exportsteigerungen an. Der OPEC-Mitgliedsstaat befindet sich derzeit in entsprechenden Verhandlungen mit dem Kartell, scheint seine Exporte allerdings auch ohne eine offizielle Einigung hochzufahren. Marktbeobachter schätzen, dass der Irak für Oktober zwischen 160.000 und 320.000 Barrel pro Tag mehr zum Verkauf anbietet als bislang. Bislang waren Marktteilnehmer davon ausgegangen, dass der Irak seinen Output frühestens zum Jahreswechsel steigern würde. Noch vor wenigen Wochen hatte das OPEC-Mitglied zugesagt, seine bisherige Mehrproduktion ausgleichen und das Produktionsniveau in den nächsten Monaten niedrig halten zu wollen.

Vor dem Wochenende ist die Impulslage somit ausgeglichen. Während Norwegen seine Ölproduktion womöglich zurückfahren muss, kommt aus OPEC-Kreisen mehr Öl auf den Markt. Am Morgen orientieren sich die Rohölpreise aufwärts. Um 30 bis 40 Cent sind sie seit Handelseröffnung bereits gestiegen. WTI wird bei 40,49 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 42,19 US-Dollar. Die Heizölpreise haben sich in den vergangenen Tagen im Bereich der 41 Euro seitwärts bewegt. Im Vergleich zum Vortag legen sie deutlich zu. Um durchschnittlich 16 Euro klettern die Preise heute. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 57,45 Euro.

 

 

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