Aufwärtstendenz der Rohölpreise vor dem Wochenende

Beide Bestandsberichte aus den USA halten in dieser Woche keine richtungsweisenden Impulse bereit und bleiben ohne großen Einfluss auf die Ölpreise.

 

Kurz nach Wochenbeginn sind die Rohölpreise stark gefallen. Gesenkte Verkaufspreise von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten hatten die Sorge vor einer mittel- bis langfristig schwachen Ölnachfrage verstärkt. Hinzu kam eine überraschende Unterbrechung einer Corona-Impfstoffstudie, die die Abhängigkeit der Marktstimmung von der Pandemie-Entwicklung verdeutlichte. Keinen richtungsweisenden Impuls setzte indes der dieswöchige Bestandsbericht des American Petroleum Institute (API). Zwar meldete das API einen deutlichen Rückgang der US-Benzinvorräte, doch die US-weiten Rohölbestände sollen stärker ausgebaut worden sein als erwartet. Insgesamt fiel der API-Report damit neutral aus. Und auch der Vergleichsbericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) fand unter Anlegern und Analysten wenig Beachtung. Dabei lieferte das DOE eine weniger bearishe Einschätzung als zuvor das API.

DOE bestätigt Ausbau der US-Rohölvorräte

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Rohölvorräte gewachsen, während die Bestände an Benzin und Destillaten zurückgegangen sind. Das geht aus dem gestern Nachmittag veröffentlichten Wochenbericht des DOE hervor. Nach Einschätzung des API sind die US-Rohölvorräte zuletzt um drei Millionen Barrel ausgebaut worden, während das DOE von einem Anstieg um nur zwei Millionen Barrel ausgeht. Das entspricht in etwa den vorangegangenen Erwartungen von Analysten, sodass diese Meldung neutral bewertet wird. In den Produktkategorien hat das DOE hingegen ausschließlich Abbauten verzeichnet. Die US-Benzinvorräte seien um drei Millionen Barrel zurückgegangen, während die Bestände an Destillaten um 1,7 Millionen Barrel verkleinert worden seien. Das API war zuvor ebenfalls von einem Rückgang der Benzinvorräte ausgegangen, hatte allerdings einen Anstieg der Bestände an Destillate. Beide Bestandsberichte wurden aufgrund des US-Feiertages Labor Day am Montag mit einem Tag Verzögerung veröffentlicht und können vor dem Wochenende keinen klaren Impuls setzen.

China könnte Ölimporte in den nächsten Jahren ankurbeln

In den kommenden Jahren könnte China vermehrt Ölprodukte importieren. Darauf lassen erste Inhalte aus dem Fünfjahresplan schließen, den die chinesische Regierung für die Jahre 2021 bis 2025 erstellt. Insider berichten, hierin sei unter anderem die Aufstockung der Rohölreserven vorgesehen. Mit großen Vorräten wolle man die eigene Ölversorgung von äußeren Einflüssen unabhängig machen. Offiziell vorgestellt werden soll die Fünfjahresplanung im Oktober. Genaueres zum geplanten Importumfang ist noch nicht bekannt.

Die Rohölpreise orientieren sich vor dem Wochenende leicht aufwärts, verbleiben dennoch im Bereich ihrer Dreimonatstiefs. WTI wird am Morgen bei 37,16 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 39,86 US-Dollar. Die Heizölpreise verharren heute auf ihren Mehrjahrestiefs. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl 41,16 Euro.

 

 

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