Einwöchige Seitwärtsbewegung der Ölpreise nahe Hochs

In dieser Handelswoche haben sich die Rohölpreise im Bereich ihrer Viermonatshochs seitwärts bewegt, trotz überwiegend bearisher Impulslage.

 

Mit bullishen Vorgaben ist die Handelswoche an den Terminbörsen gestartet. Im Marktfokus standen vielversprechende Corona-Impfstoff-Kandidaten. Während einige Studien in die Testphase 3 überlaufen, haben sich die USA und Großbritannien bereits Impfstoff-Dosen gesichert. Marktteilnehmer zeigten sich entsprechend zuversichtlich, dass die Impfstoff-Kandidaten auf einem guten Weg sind und ein Mittel zur Eindämmung der Pandemie greifbar ist. Die Impfstoff-Hoffnung prägte das Marktgeschehen und ließ sogar bearishe US-Bestandsreports und verstärkte Spannungen zwischen den USA und China in den Hintergrund rücken. Dabei hatten sowohl das American Petroleum Institute (API) als auch das US-amerikanische Department of Energy (DOE) einen deutlichen Ausbau der US-weiten Rohölvorräte verzeichnet. Um 4,9 bis 7,5 Millionen Barrel sollen die Bestände laut API und DOE gewachsen sein. Das waren ebenso bullishe Impulse wie die angeordnete Schließung eines chinesischen Konsulats in den USA. Das USA hatte die Räumung des Konsulats in Houston angewiesen, unter anderem mit Verweis auf den Schutz amerikanischen geistigen Eigentums. Ungeachtet bearisher Impulse orientierten sich die Rohölpreise in dieser Woche seitwärts im Bereich ihrer Viermonatshochs. Doch gestern Nachmittag sorgten US-Arbeitsmarktzahlen für einen Dämpfer.

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestiegen

Erstmals seit Anfang April ist die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe wieder gestiegen. In der vergangenen Woche wurden 1,416 Millionen Erstanträge gestellt. In der Vorwoche waren es noch 1,307 Millionen. Mit einer so hohen Zahl hatten Beobachter nicht gerechnet. Für Beunruhigung sorgt zudem, dass die Zahl der Erstanträge seit Anfang April nicht mehr gestiegen war. Analysten sehen in dem überraschenden Anstieg einen Effekt der zweiten Corona-Welle. Dies führt Marktteilnehmern heute die anhaltende Pandemiesituation vor Augen und verstärkt die Verunsicherung.

In den nächsten Wochen wird der Marktfokus daher weiterhin auf den Entwicklungen der Corona-Impfstoffe liegen. Fortschrittsmeldungen könnten wie in dieser Woche einen bullishen Impuls setzen, Rückschläge den Preisen allerdings auch einen Dämpfer versetzen. Preisbestimmend wird zudem sein, wie sich Ölangebot und -nachfrage in den nächsten Wochen entwickeln. Marktteilnehmer zeigen sich beruhigt, dass ein Großteil der bevorstehenden Produktionssteigerung vermutlich nicht am Markt spürbar sein wird. Russland und Saudi-Arabien werden die zusätzlichen Ölmengen voraussichtlich benötigen, um den Bedarf im Inland zu decken. Die Heizölpreise sind mit einer Seitwärtsbewegung auf Siebenwochentiefs in die Handelswoche gestartet. Zwischenzeitlich legten sie um mehr als einen Euro zu, gaben dann aber wieder nach und fielen zurück in den Bereich ihrer Siebenwochentiefs.

 

 

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