Leichte Abwärtstendenz führt Ölpreise ins Wochenende

Im Juni haben sich die OPEC-Mitglieder offenbar nicht so diszipliniert an ihre Kürzungsvorgaben gehalten wie im Vormonat, so erste Schätzungen.

 

Auf neuen Dreieinhalbmonatshochs werden die Rohölpreise voraussichtlich ins Wochenende gehen. Stützende Wirkung hatten zum einen die Kürzungsmaßnahmen der OPEC+. Im Zuge der Kürzungen ist der Output der OPEC-Mitglieder deutlich zurückgegangen und im Juni auf den niedrigsten Stand seit 1991 gefallen. Ebenfalls einen bullishen Effekt hatte die Entwicklung der US-Rohölvorräte. Sowohl das American Petroleum Institute (API) als auch das US-amerikanische Department of Energy (DOE) gingen von einem starken Rückgang der US-weiten Rohölbestände aus. Laut API sind sie um 8,2 Millionen Barrel verkleinert worden, dem DOE zufolge um 7,2 Millionen Barrel. Vor dem Wochenende wird die Stimmung an den Terminbörsen verhaltener. Für Beunruhigung sorgen die rekordhohen Zahlen der Corona-Neuinfektionen. Weltweit wurden innerhalb eines Tages erstmals mehr als 200.000 Neuinfektionen verzeichnet. Auch in den USA wurde ein neues Rekordhoch erreicht, indem die Marke von 55.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag überschritten wurde. Erst vor wenigen Tagen hatte US-Immunologe Anthony Fauci davor gewarnt, bei Nichteinhalten der Regeln könne die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den USA sogar auf über 100.000 steigen. Der zu beobachtende Aufwärtstrend und Faucis Aussichten sind am Morgen der Grund für das leichte Nachgeben der Rohölpreise.

OPEC-Einhaltungsquote geht im Juni offenbar zurück

Die überraschend disziplinierte Umsetzung der Produktionskürzungen im Mai hat zwischenzeitlich für eine Aufwärtsbewegung der Rohölpreise gesorgt. Wie das Joint Ministerial Monitoring Committee vor einigen Wochen bekannt gab, sind die Kürzungsvorgaben im Mai zu 87 Prozent eingehalten worden. Für Juni rechnete man mit einer höheren Einhaltung, da auch bisher überproduzierende OPEC-Mitglieder wie Nigeria und der Irak ihre Unterstützung zugesagt hatten. Doch erste Daten deuten darauf hin, dass die Einhaltungsquote im Juni zurückgegangen ist. Bei nur noch 83 Prozent soll sie gelegen haben. Hierzu hat vermutlich insbesondere die Produktionsstrategie des OPEC-Mitgliedsstaats Angola beigetragen. Insider berichten, dass Angola seinen Output nicht wie vereinbart kürzt. Stattdessen hält das OPEC-Mitglied seine Lieferverträge mich Abnehmern in China und Indien unverändert ein. Eine Kompensation dieser Mehrmengen sei nicht vor Oktober möglich.

Dass die OPEC-Mitglieder ihre Kürzungsvorgaben bald zu 100 Prozent einhalten werden, gilt als unwahrscheinlich. Das führt innerhalb der OPEC offenbar zu Differenzen. Saudi-Arabien drohte bereits mit einem erneuten Preiskrieg, sollten sich nicht alle Beteiligten an ihre individuelle Kürzungsquote halten. Die Rohölpreise bewegen sich am Morgen entsprechend leicht abwärts, verbleiben allerdings im Bereich ihrer Dreieinhalbmonatshochs. WTI wird bei 40,23 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 42,75 US-Dollar. Die Heizölpreise haben sich im Juli bislang kaum verändert. Im Bereich ihrer Einwochenhochs bewegen sie sich hierzulande auch heute seitwärts. Im Vergleich zum Vortag legen die Preise lediglich um durchschnittlich 14 Cent zu. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 49,24 Euro.

 

 

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