Leichte Aufwärtsbewegung der Rohölpreise am Morgen

Das Abwärtspotenzial der Rohölpreise scheint zunächst ausgeschöpft. Der Wochenbericht des API findet unter Marktteilnehmern wenig Beachtung.

 

Gleich zu Wochenbeginn war die Impulslage an den Terminbörsen bearish. Die angekündigten Preissenkungen Saudi-Arabiens dämpften die Stimmung. Eine ähnliche Ankündigung der Vereinigten Arabischen Emirate festigte unter Marktteilnehmern den Eindruck, dass die Nachfrage nach Rohöl weiterhin gering ist. Einen zusätzlich bearishen Effekt hatte ein Rückschlag in der Corona-Impfstoffforschung. Das Pharmaunternehmen AstraZeneca hat seine Studie unterbrochen, nachdem ein Proband aus bislang ungeklärten Gründen erkrankt war. Diese Meldungen ließen die Rohölpreise in dieser Woche auf Dreimonatstiefs fallen. Die Heizölpreise sackten sogar auf Mehrjahrestiefs ab. Am Donnerstagmorgen scheint das Abwärtspotenzial zunächst ausgeschöpft. Trotz überraschend gestiegener US-Rohölvorräte orientieren sich die Rohöl-Futures aufwärts.

API meldet unerwarteten Anstieg der Rohölbestände

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Vorräte an Rohöl und Mitteldestillaten gewachsen, während die Benzinbestände deutlich zurückgegangen sind. Das geht aus dem gestern Abend bekannt gewordenen Wochenreport des American Petroleum Institute (API) hervor. Analysten waren im Vorfeld davon ausgegangen, dass die US-Rohölvorräte um eine Million Barrel gesunken seien. Das API geht hingegen allein im zentralen Lager- und Umschlagort Cushing von Aufbauten um 2,6 Millionen Barrel aus. US-weit seien die Rohölvorräte um drei Millionen Barrel gewachsen. Zugelegt haben laut API auch die Bestände an Mitteldestillaten, die in der Berichtswoche um 2,3 Millionen Barrel gestiegen seien. Erwartet hatte man einen leichten Rückgang der Vorräte um etwa 300.000 Barrel. Einzig die Entwicklung der Benzinbestände fällt überraschend bullish aus. Analysten hatten einen Rückgang um maximal 2,3 Millionen Barrel prognostiziert. Das API meldete allerdings Abbauten um sogar 6,9 Millionen Barrel. Der deutliche Rückgang der US-Benzinvorräte und der überraschende Anstieg der US-Rohölbestände gleichen sich in ihrem Effekt auf die Terminbörsen aus. Am Morgen setzt der API-Report daher keinen richtungsweisenden Impuls.

Ölverladung an libyschem Hafen Ras Lanuf eingeschränkt

Nachdem sich die libyschen Ölexporte erst vor Kürze schrittweise stabilisiert haben, steht die Ölindustrie des OPEC-Mitgliedsstaates erneut vor einer Herausforderung. Wie die staatliche National Oil Corporation (NOC) bekannt gab, findet die Ölverladung am Hafen in Ras Lanuf momentan nur eingeschränkt statt. Laut dem NOC-Vorsitzenden Mustafa Sanalla behindert ein Kriegsschiff die Abwicklung von Beladungen am Ölterminal. Zudem sei es im Hafenbereich zu einem Schusswechsel militärischer Gruppen gekommen. Der Machtkampf zwischen der Regierung in Tripolis und der Libyan National Army sowie monatelange Blockaden von Ölfeldern haben der libyschen Ölindustrie in den vergangenen Monaten stark zugesetzt. Lag die Tagesproduktion noch zu Jahresbeginn bei 1,2 Millionen Barrel, produziert Libyen derzeit nur noch 100.000 Barrel pro Tag.

An den Terminbörsen ist das Abwärtspotenzial zunächst ausgeschöpft. Die Rohölpreise bewegen sich im Bereich ihrer Dreimonatstiefs leicht aufwärts. Am Morgen wird WTI bei 38,00 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 40,77 US-Dollar. Die Heizölpreise sind bereits auf einem niedrigen Niveau in diese Woche gestartet. In den vergangenen Tagen haben sie hierzulande noch einmal deutlich nachgegeben. Seit Montag sind sie deutschlandweit um durchschnittlich mehr als zwei Euro eingebrochen. Damit befinden sich die Heizölpreise derzeit auf dem niedrigsten Stand seit mehreren Jahren. Im Vergleich zum Vortag bleiben sie nahezu unverändert, legen lediglich um etwa 20 Cent zu. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 41,36 Euro.

 

 

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