Morgendliche Abwärtsbewegung der Rohölpreise

Weltweit sind inzwischen mehr als eine Million Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Diese Zahl belastet die Markstimmung am Morgen.

 

An den Terminbörsen besteht am Morgen weiterhin wenig Bewegungsspielraum. Die Rohöl-Futures haben sich offenbar eingependelt zwischen Fünfmonatshochs und Dreimonatstiefs. Auf ihren Hochs lagen WTI und Brent zuletzt Ende August, auf ihre Mehrmonatstiefs fielen sie zwei Wochen später. Bullishe US-Bestandsdaten begrenzten das Abwärtspotenzial zuletzt. Doch am Markt blickt man besorgt auf die Entwicklung von Angebot und Nachfrage. Während die weltweite Ölnachfrage pandemiebedingt weit hinter ihrem Vorjahresniveau zurückliegt, halten die Produzenten der OPEC+ an geplanten Produktionssteigerungen fest. Zu Wochenbeginn kam gestern dann ein bullisher Impuls aus den USA. Die USA nehmen die vorübergehend ausgesetzten Gespräche über ein Konjunkturpaket wieder auf. Anleger und Analysten hoffen auf eine Einigung und eine darauffolgende Stabilisierung der US-Wirtschaft.

USA verhandeln über angepasstes Konjunkturpaket

Mehrere Wochen lang lagen die Verhandlungen über ein weiteres US-Konjunkturpaket auf Eis. Das vorgeschlagene Maßnahmenpaket im Umfang von 3,4 Billionen US-Dollar war von US-Regierung und Senat blockiert worden. Nun könnten die Gespräche über wirtschaftliche Hilfsprogramme wieder aufgenommen werden. Aus dem Repräsentantenhaus kam jüngst die Meldung, man habe den vorangegangenen Vorschlag überarbeitet und ein Konjunkturpaket mit einem Umfang von 2,2 Billionen US-Dollar entwickelt. Zwar erklärte US-Finanzminister Steven Mnuchin bereits, auch der neue Entwurf sei mit einem zu großen Kostenaufwand verbunden. Doch gleichzeitig betonte Mnuchin, offen für Gespräche zu sein. Nach wochenlangem Stillstand könnten die Verhandlungen über ein Konjunkturpaket kurz vor der US-Präsidentschaftswahl an Fahrt aufnehmen. Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung werden an den Finanz- und Rohstoffmärkten grundsätzlich bullish interpretiert.

Corona-Todesfälle übersteigen Eine-Million-Marke

Seit Beginn der Pandemie sind weltweit mehr als eine Million Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Das zeigen die jüngsten Daten der Johns-Hopkins-Universität. Weltweit seien in den vergangenen Monaten über 33 Millionen Corona-Infektionen gemeldet worden, eine Million Menschen seien infolgedessen gestorben. Am stärksten betroffen sind Lateinamerika und die Karibik, wo die Johns-Hopkins-Universität die meisten Infektions- und Todesfälle registriert hat. Die meisten Todesfälle innerhalb eines Landes wurden indes in den USA verzeichnet. Seit Pandemiebeginn sind laut Johns-Hopkins-Universität in den USA mehr als 200.000 coronabedingte Todesfälle bekannt. Angesichts der überschrittenen Eine-Million-Marke sprach UN-Generalsekretär Antonio Guterres von einem „qualvollen Meilenstein“ und verwies auf die Wichtigkeit von Abständen, Hygiene und Masken.

Das Überschreiten der Eine-Million-Marke bei den Corona-Todesfällen bewegt die Rohölpreise am Dienstagmorgen abwärts. Auf ihre Eröffnungskurse haben WTI und Brent bereits etwa 20 Cent verloren. WTI wird bei 40,39 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 42,28 US-Dollar. Die Heizölpreise legen im Vergleich zum Vortag etwas zu, bleiben dennoch im Bereich ihrer Mehrjahrestiefs. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 42,15 Euro.

 

 

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