Ölpreis bewegt sich aufwärts

Die fundamentale Nachrichtenlage ist heute durch positive Nachrichten über Asien besser. Die Rohölpreise reagieren darauf vorerst freundlich.

Armin Nasser, Chef des saudischen Ölkonzerns Saudi-Aramco hat Stellung zur Rohölnachfrage aus China genommen. Seiner Meinung nach ist die Nachfrage sehr nahe an dem Vorkrisenniveau heran gerückt. Von Vorteil ist, dass China als eines der ersten Länder die eindämmenden Maßnahmen zur Beschränkung der Wirtschaftsaktivität wieder gelockert hatte. Zugleich meldete Aramco einen Rückgang des Nettogewinns um über 70 Prozent im zweiten Quartal. Damit einhergehend lag der Nettogewinn bei rund 6,5 Mrd. US-Dollar. Im Ersten Quartal erwirtschaftet der saudische Ölkonzern noch einen Überschuss von 16,7 Mrd. US-Dollar. Außerdem erwähnte Nasser, dass man bereits eine Erholung bei der Nachfrage merken würde, da die Lockerungen bei den Beschränkungen die Energienachfrage positiv beeinflusst. Für die saudische Regierung stellt der Einbruch des Gewinns große Probleme dar. Denn für den Umbau der Wirtschaft und die Reduzierung der Abhängigkeit vom Rohöl benötigt der Staat sehr viel Geld und ist auf die Gewinnausschüttungen durch Aramco angewiesen. 

Ebenfalls stützend waren die jüngsten Meldungen zur Bohraktivität in den USA. Der Dienstleister Baker Hughs meldete am Freitag erneute einen Rückgang der aktiven Bohranlagen auf nunmehr 176 Stück. Das ist der tiefste Stand seit rund 15 Jahren. Diese Entwicklung ist für die Aufrechterhaltung und den Ausbau der US-Rohölförderung nicht förderlich und steht daher für eine zunehmende Verknappung des Marktes.  

Nachfrage unter Vorkrisenniveau

Wenngleich die Nachfrage höher liegt als zur Zeit des ersten Lockdowns, liegt die Nachfrage noch nicht auf dem Vorjahresniveau. Experten vermuten, dass die weltweite Nachfrage bei etwas 90 Mio. B/T liegen dürfte. Das entspräche noch immer einen Rückgang von rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorkrisenniveau. Für das dritte Quartal schätzt man die Nachfragerückgang auf dann immer noch 7 Prozent ein. Eine gänzliche Erholung der Nachfrage im laufenden Jahr wird damit zunehmend unwahrscheinlich. Das Geschehen um die steigenden Infektionszahlen wird zugleich viele Unternehmen an ihren Home-Office-Regelungen festhalten lassen. Das hat eine niedrigere Nachfrage nach Treibstoffen zur Folge, sodass auch in der zweiten Jahreshälfte ein Angebotsüberschuss am Markt vorherrschen dürfte. Denn unabhängig davon, wird die OPEC auch die Rohölförderung weiter anheben, indem die zusätzlich gekürzten Fördermengen vermindert werden.

Nachdem die Ölpreise seit letzter Woche Dienstag Gewinne abgeben mussten, liegen diese heute etwas höher. Brent kostet im Moment 44,84 US-Dollar pro Barrel und die US-Sorte WTI notiert bei 41,78 US-Dollar pro Barrel. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland notiert heute bei 46,03 Euro pro 100 Liter und ist damit im Durchschnitt günstiger als letzte Woche Freitag.

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