Ölpreise bewegen sich am Donnerstag seitwärts

Die Ölpreise zeigen am Donnerstag wenig Veränderungen und warten auf neue Impulse. In die Verhandlungen um eine Rückkehr zum Atomabkommen mit dem Iran kommt Bewegung.

Am Mittwochmorgen holten die Ölpreise ihre späten Verluste vom Dienstag zunächst auf. Der EIA-Monatsbericht vom Vorabend und die Zahlen API über steigende Benzinvorräte in den USA ließen die Ölpreise dann wieder fallen. Auch die Sondierungsgespräche zwischen dem Iran und den 5+1-Staaten der UN trugen dazu bei. Bis zum Mittag konnten die Ölpreise dann neue Tageshochs vermelden. Vor allem Berichte über eine erhöhte iranische Uranproduktion um fast 20 % und die Meldung, dass der Impfstoffhersteller Moderna keine Lieferengpässe bei den Corona-Impfungen erwarte, trieben den Preis. Am Nachmittag präsentierte schließlich der DOE seine Zahlen zu den landesweiten Rohölvorräten der USA. Trotz eines merklichen Rückgangs der Rohölvorräte rutschten die Ölpreise bis unter die Tiefs vom Montag. Nach Handelsschluss in Europa legten die Preise erneut zu und glichen die vorherigen Verluste weitgehend aus.

Zum Auftakt in den Donnerstag orientieren sich die Ölpreise an den Schlusswerten vom Mittwoch und warten auf neue richtungsweisende Impulse. ICE Brent handelt bei 62,86 USD/B, das sind -0,30 Dollar zum Schluss Mittwoch. WTI verliert ebenfalls gut 0,30 Dollar und handelt aktuell bei 59,25 USD/B. Die Heizölpreise in Deutschland präsentieren sich zunächst unverändert. 100 Liter Heizöl handeln aktuell bei 63,70 Euro. Über den Tag werden Schwankungen zwischen ca. +0,10 bis +0,30 Euro/100 l erwartet.

Arbeitsgruppen sollen Atomabkommen forcieren

In die Rückkehr zum 2018 gekippten Atomabkommen mit dem Iran kommt weiterhin Schwung. Am Dienstag wurden erste konstruktive Gespräche zwischen den 5+1-Staaten der UN und dem Iran geführt. Die USA war nicht beteiligt. Die Konferenz konnte jedoch einen neuen Status quo etablieren, auf Basis dessen nun zwei Arbeitsgruppen, bestehend aus Vertretern der beteiligten Länder, weitere Schritte zur Rückkehr diskutieren sollen.

Die USA war am Dienstag nicht bei der Konferenz anwesend. Im Nachgang informierten sich die US-Delegierten in Wien jedoch bei den Teilnehmern der Sitzung über dessen Verlauf. Ned Price, Sprecher des US-Außenministeriums, zeigte sich insgesamt mit den Ergebnissen zufrieden, merkte jedoch an, dass die Gespräche kompliziert seien, da kein direkter Dialog zwischen dem Iran und den USA stattfände. Seinen Angaben nach sei die Biden-aRegierung jedoch bereit, Sanktionen des 2015 beschlossenen Abkommens gegen den Iran zu lockern. Auch über das Abkommen hinaus würden einige Punkte zur Disposition stehen. Genauere Angaben gab Price jedoch nicht.

DOE-Bestandszahlen bringen gemischte Gefühle

Die erneuten abbauten der Rohölvorräte in den USA trieben die Ölpreise zuletzt kurz nach oben und nährten den Boden einer Nachfrageerholung im Ölsektor. Nach den Bestandsdaten des DOE vom Mittwochnachmittag ist jedoch klar, dass die Benzinvorräte zuletzt wieder stiegen und der Effekt der sinkenden Rohölvorräte zunächst wieder verpufft. Der Monatstrend der Benzinnachfrage hingegen spricht eine andere Sprache und zeigt sich positiv. Laut Apple Mobility war der Verkehr auf amerikanischen Straßen zuletzt um +2,6 % gestiegen.

Die Zahlen deuten eine erhöhte Geschäfts- und Reisetätigkeit in den Staaten an. Experten pokern bei der Nachfrageerholung trotz Corona genau darauf. In den USA verbesserte sich die Lage um das Virus zuletzt vor allem durch die funktionierende Impfstrategie. Viele Bundesstaaten lockerten daher ihre Maßnahmen. Entscheidend für eine nachhaltige Erholung der Ölnachfrage in den kommenden Monaten wird daher eine gute Sommer-Fahrsaison sein. Außerdem muss Europa und auch Indien die zuletzt beunruhigende Entwicklung rund um Corona in den Griff bekommen und seine Wirtschaft wieder gesunden lassen.

 

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