Ölpreise starten am Montag weicher

Die Ölpreise verhalten sich am Montag neutral. Der Suez-Kanal ist wieder befahrbar und Corona drückt nach wie vor die Nachfrage in Europa.

Nachdem zum Ende der vergangenen Woche einige Faktoren die Ölpreise hochtrieben, legte sich deren Einfluss zum Start in die letzte März-Woche. Vor allem die Blockade des Suez-Kanals durch einen Frachter beeinflusste den Markt in den vergangenen Tagen. Dessen preistreibender Einfluss wurde jedoch durch eine schwächelnde Nachfrage auf dem europäischen Markt abgefedert. Die Wertsteigerung des Dollars ebnete die Preisentwicklung zusätzlich. Leicht nach oben getrieben wurden die Ölpresie durch die Lockdown-Maßnahmen in Europa. Die Ölpreisentwicklung stellt sich daher folgendermaßen dar: ICE Brent handelt aktuell bei 63,28 USD/B, -1,29 Dollar zum Schluss am Freitag. WTI handelt mit 59,6 USD/B knapp über dem Freitagsschluss (+0,1). Heizöl kostet im bundesweiten Durchschnitt 64,5 Ct/l im Mittel und springt damit um 0,5 % im Vergleich zu Freitag.

Schiffsverkehr im Suez-Kanal wieder möglich

Wie bereits erwähnt, beschäftigte die Blockierung des Suez-Kanals durch das Container-Schiff Ever Given die Markteilnehmer in der vergangenen Woche sehr. Ein Durchkommen für andere Frachter war unmöglich. Die Parkeinlage des beinahe 400 Meter langen Wasserkolosses kostete die Weltwirtschaft Berichten zufolge 400 Millionen Dollar für jede Stunde, die das Schiff weiter im Kanal verweilte. Mindestens 369 Schiffe warten seit Tagen darauf, den Kanal mit ihrer Fracht zu passieren. Darunter auch einige Öltanker. Nun scheint sich die Lage aufzulösen, da die Ever Given um 80 % gedreht werden konnte und den Kanal dadurch noch am Montag wieder passierbar machen soll. Aufgrund der schwachen Ölnachfrage in Europa werden aktuell keine Lieferengpässe erwartet.

Corona-Sorgen in Europa und Indien

In vielen Ländern Europas steht seit Kurzem fest, dass die Maßnahmen rund um die Corona-Pandemie wieder verschärft werden. In Deutschland findet ab Montag, 29. März, eine neue Corona-Schutzverordnung Anwendung. Termin-Shopping wie in den vergangenen Wochen ist laut der Verordnung vorerst wieder auf Eis gelegt, was eine mittelfristige wirtschaftliche Erholung zunächst erneut erschwert. Vor allem die Mutanten des Virus verschärfen die aktuelle Lage. Ausgearbeitete Impfstrategien wurden zuletzt zusätzlich durch das Verbot des Vakzins Astra-Zeneca in Europa gebremst.

Sorge bereitet auch der drittgrößte Ölkonsument der Welt. In Indien stiegen die Infektionszahlen am Sonntag so stark an wie noch nie in einem Zeitraum von 24 Stunden. Schuld dafür ist die Doppelmutante der südafrikanischen und britischen Varianten des Virus. Im reichsten Bundesstaat des Landes Maharashtra sollen nach Angaben der Regierung über 200 Fälle der Mutante aufgetreten sein. Der Bundesstaat berät daher über einen strengen Lockdown, der zeitnah umgesetzt werden soll.

OPEC+ berät über Produktionssituation

Die Situation rund um Corona beobachtet auch das OPEC+-Bündnis ganz genau. Die Sitzung der Allianz am 1. April gilt als wegweisend, was den Umfang des Ölangebots in den nächsten Monaten betrifft. Bisher unterliegen die Staaten einer strengen Produktionskürzung. Ab Mai wären Veränderungen nach oben möglich, Anfang April soll jedoch entschieden werden, ob diese Gedanken auch umsetzbar sind. Experten halten es aktuell für wahrscheinlich, dass das Bündnis erneut Produktionskürzungen anordnen wird.

Die mobene Unternehmensgruppe