Ölpreise starten mit Aufwärtstendenz in Dienstagmorgen

Nach kurzem Krankenhausaufenthalt ist der US-Präsident ins Weiße Haus zurückgekehrt. An den Terminbörsen hofft man nun auf ein weiteres Konjunkturpaket.

 

Mit der Corona-Infektion Donald Trumps sind die Rohöl-Futures Ende vergangener Woche eingebrochen. Unter Anlegern und Analysten verstärkte sie die Sorge vor den Auswirkungen der Pandemie. Wenige Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl sorgte die Meldung zusätzlich für politische Unruhe. Am Wochenende wurde dann bekannt, Donald Trump könnte zügiger aus dem Krankenhaus entlassen werden als erwartet. Die Aussicht auf eine baldige Rückkehr zum politischen Alltag stützte die Rohölpreise gestern zu Beginn der neuen Handelswoche. Vor allem interpretieren Marktteilnehmer bullish, dass die Verhandlungen um ein weiteres US-Konjunkturpaket ohne große Unterbrechung weitergehen können. Man geht davon aus, dass Trump aufgrund schwacher Umfragewerte an einer Einigung noch vor der Präsidentschaftswahl interessiert ist. Wie angekündigt, ist der US-Präsident gestern nach dreitägigem Krankenhausaufenthalt ins Weiße Haus zurückgekehrt. Trumps Arzt Sean Conley wollte allerdings noch keine Entwarnung geben. Dies ist laut Conley frühestens in der nächsten Woche möglich, sollte sich der Gesundheitszustand halten. Doch allein Trumps Rückkehr ins Weiße Haus verschafft den Rohölpreisen auch am Morgen Aufwärtspotenzial.

Streiks in Norwegen schränken Ölproduktion ein

Vor einer Woche sind mehrere hundert Arbeiter auf Ölplattformen in Norwegen in Streik getreten. Vorangegangen waren erfolglose Lohnverhandlungen zwischen Arbeitgebern aus der Ölindustrie und Arbeitnehmergewerkschaften. Betroffen sind insbesondere vier Ölfelder des Energieunternehmens Equinor. Gestern mussten laut Medienberichten erste Förderanlagen streikbedingt abgeschaltet werden. Um ungefähr 330.000 Barrel pro Tag wurde die norwegische Öl- und Gasproduktion im Zuge der Streiks bereits zurückgefahren. Die Produktionsunterbrechung wirkt an den Terminbörsen preisstützend. Im Kontext der pandemiebedingt schwachen Ölnachfrage hat sie allerdings keinen bedeutenden Effekt auf die weltweite Versorgungslage. Vielmehr ist die Produktionsunterbrechung in Norwegen ein kurzfristiger bullisher Impuls, der mit einer Einigung in den Lohnverhandlungen umgehend wegfällt.

Hurrikan „Delta“ nimmt Kurs auf Golf von Mexiko

In den nächsten Tagen wird erneut ein Hurrikan Einfluss auf die US-Ölproduktion nehmen. Derzeit nimmt „Delta“, ein Hurrikan der Kategorie 1, Kurs auf die Yucatan-Halbinsel. Meteorologen erwarten, dass „Delta“ dort als Hurrikan der Kategorie 3 vorbeiziehen wird. Danach wird es den Hurrikan demnach in Richtung Norden ziehen, über den Golf von Mexiko hinweg. Auf Höhe des US-Bundesstaates Louisiana wird „Delta“ laut Meteorologen schließlich auf US-Festland treffen. Der Hurrikan wird die US-Ölproduktion im Golf von Mexiko somit vorübergehend einschränken. Erste Ölplattformen wurden bereits evakuiert, weitere Anlagen werden ab Mitte der Woche deaktiviert.

Die Kombination aus Trumps Krankenhausentlassung, dem Rückgang der norwegischen Ölproduktion und erwarteten Produktionsunterbrechungen im Golf von Mexiko verleiht den Rohölpreisen am Morgen Aufwind. Weit mehr als zwei US-Dollar haben die Referenzsorten WTI und Brent bereits auf ihre Eröffnungskurse gewonnen. WTI wird bei 39,66 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 41,75 US-Dollar. Die Heizölpreise sind am Wochenende auf neue Mehrjahrestiefs gefallen. Auch zum gestrigen Wochenbeginn lagen sie hierzulande nur knapp oberhalb von 40 Euro. Heute legen die Preise merklich zu und nähern sich ihrem Vorwochenniveau an. Im Vergleich zum Vortag klettern die Heizölpreise um durchschnittlich etwa 1,50 Euro. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 41,65 Euro.

 

 

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