Ölpreise starten weich in die Woche

Der Trend bei den Ölpreisen ist weiterhin neutral. Im Iran wurde eine moderne Atomanlage angeblich Opfer eines Cyberangriffs und der Markt sieht sich einigen wichtigen Entscheidungen ausgesetzt.

Der neutrale Trend der Ölpreise aus der vergangenen Woche setzt sich weiterhin fort. Am vergangenen Freitag gab es für die Ölpreise keinen Impuls zu vermelden, der für einen nennenswerten Preisanstieg oder Preisabfall sorgte. Für anfänglichen Auftrieb sorgten die weiterhin guten Konjunkturdaten aus einigen Ländern. Auch mögliche Unterbrechungen der Exporte von Libyens größtem Ölfeld hoben die Preise an. Sorgen über die Ölnachfrage Indiens und weitere Corona-Lockdowns in Europa federten die Preissteigerungen jedoch ab. Auch die baldige Produktionssteigerung der OPEC+-Länder im Mai tat ihr Übriges und zügelte die Aufwärtskurve der Ölpreise. Brent und WTI gingen daher am Schluss Freitag unverändert aus dem Handel.

Zum Wochenauftakt bleibt die Lage auf dem Markt zunächst weiterhin neutral. ICE Brent handelt bei 62,76 USD/B, das sind -0,19 Dollar zum Schluss Freitag. Auch WTI verliert gut 0,30 Dollar und handelt bei 59,05 USD/B deutlich unter der 60-Dollar-Marke. Der Heizölpreis verändert sich im Bundesdurchschnitt nur minimal. 100 Liter Heizöl kosten in Deutschland durchschnittlich 63,60 Euro. Für Montag wird eine Preisschwankung von ca. +0,05 bis +0,25 Euro/100 l zu Freitagvormittag erwartet.

Iranische Atomanlage Natans erleidet Stromausfall- Gefahr für Atomabkommen

In der vergangenen Woche konnten die 5+1-Staaten des UN-Sicherheitsrates erste Fortschritte in den Verhandlungen mit dem Iran um eine Rückkehr zum Atomabkommen erzielen. Am Sonntag gab es aus Teheran jedoch schlechte Nachrichten für die Verhandlungen: Die Atomanlage Natans wurde Opfer eines Strom- und Systemausfalls. Erst einen Tag vorher, am Samstag, wurden in der Anlage neue, fortschrittliche Zentrifugen zur Anreicherung von Uran in Betrieb genommen. Die iranische Regierung wittert daher gezielte Sabotage. Wie so oft ist Israel als möglicher Drahtzieher in der Verlosung, so wie auch schon bei einem Angriff auf die Anlage im Sommer letzten Jahres.

Die neuerlichen Angriffe könnten eine Rückkehr zum Atomabkommen mit den USA erschweren, da es zu einer Trotzreaktion des Irans in der Atomfrage kommen könnte. Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, kündigte nach dem Ausfall der Anlage an, der Iran würde seine Atomtechnik weiter gravierend ausbauen wollen, um dem Terror entgegenzuwirken. Eine Ausweitung der Atomtechnik ist in den Forderungen der USA für eine Rückkehr zum Atomabkommen nicht vorgesehen. Im Gegenteil: Washington wünscht sich mindestens die alten Restriktionen bei der Atompolitik zurück und würde sie am liebsten ausweiten. Bei einer Einigung könnten dem Iran jedoch im Gegenzug eine erhöhte Ölproduktion zugestanden werden. Die Islamische Republik könnte dieser seine Ölproduktion bis auf 1,8 Millionen B/T anheben und wieder ordentlich am Markt mitmischen.

Geringe Preisschwankungen. Nachfrage kurzfristig ungewiss

Die Marktlage stabilisierte sich in den letzten Wochen des März und den ersten beiden des Aprils merklich. Die Ölpreise sahen sich zuletzt geringfügigen Schwankungen ausgesetzt. Dieser Trend wird sich in den nächsten Wochen fortsetzen, da sich viele Themen, die die Preise nachhaltig beeinflussen könnten, noch in der Entwicklung befinden. So stehen Entscheidungen beim Atomabkommen mit dem Iran auf der Angebotsseite aus. Auch die Entwicklung rund um Corona wird zu beachten sein. Sollte auch Europa ein Durchbruch bei den Impfkampagnen gelingen, würde eine Nachfrageerholung früher möglich sein. Kurzfristig bleibt die Lage jedoch undurchsichtig.

Eine Entscheidung hinsichtlich ihrer Produktionsstrategie hat die OPEC+ bereits getroffen. Im Mai wird wieder mehr Öl aus dem Bündnis auf den Markt fließen. Sollte zeitgleich die Nachfrage wieder stocken, könnte dies einen stärkeren Preisabfall nach sich ziehen. Dem entgegenwirken könnten nachhaltige und weiter steigende Konjunkturdaten wichtiger Marktteilnehmer wie China und den USA. Mittel- und langfristig erwarten Experten jedoch eine spürbare Gesundung des Marktes.

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