OPEC+ tendiert zu weiteren Kürzungen – Ölpreise verhalten sich weiter neutral

Die OPEC+-Konferenz rückt näher. Die Ölpreise sind am Dienstag weiterhin stabil und die Nachfragesituation präsentiert sich undurchsichtig.

Die endgültige Freigabe des Schiffverkehrs auf dem Suez-Kanal hatte die Ölpreise am Dienstag gedrückt. Eine erhöhte Reiseaktivität und die damit verbundene erhöhte Nachfrage an Treibstoff in den USA hatte dann weniger Einfluss auf die Preisentwicklung als der steigende Ölexport des Iran. Die Ölpreise kamen dadurch im Mittagsbereich langsam unter Druck. Die Ergebnisse der Sitzung des Joint Technical Committee (JTC) der OPEC brachten nähere Informationen zu einer möglichen Entscheidung zum Thema Produktionskürzung. Die Ölpreise stabilisierten sich dadurch erneut und der stark drückende Einfluss der Öffnung des Suez-Kanals konnte abgefangen werden.

Zum Auftakt am Mittwoch ergibt sich daher folgendes Bild auf dem Ölmarkt: WTI handelt mit 60,46 USD/B und verliert somit 1,66 % zum Vortag. Ein Barrel Nordseesorte Brent handelt aktuell bei 64,56, +0,42 zum Schluss Dienstag. Die Heizölpreise im bundesweiten Mittel präsentieren sich nach wie vor äußerst attraktiv und stabil. 100 Liter Heizöl liegt wie am Dienstag zunächst bei 64,80 Euro. Tendenziell könnte der Preis noch mal leicht um 0,15 Euro fallen.

Suez-Kanal frei – erste Schadensersatzansprüche segeln herein

Nachdem der Großfrachter Ever Given der Firma Evergreen bereits Montag größtenteils gedreht und wieder seetauglich gemacht werden konnte, wurde die wichtigste maritime Handelsroute zwischen Asien und Europa am Dienstag final freigegeben und ist in beide Richtungen befahrbar. Die Tagesfrequenz wird sich laut Angaben zunächst auf 50 bis 85 Schiffe beschränken, wobei natürlich die oberste Grenze ausgereizt werden will, um weitere Verluste durch die unglückliche Parkeinlage so gering wie möglich zu halten.

Zeitgleich segelten bei Evergreen und der Sues Canal Authority erste Briefe von Anwälten der geschädigten Firmen, Reedereien und Fabriken herein, die Umsatzausfälle durch die Kanalblockade beklagen. Sowohl dem Betreiber der Ever Given als auch der Kanalverwaltung wird zumindest eine Teilschuld am Fauxpas vorgeworfen. Die Verwaltung hatte die Lotsen für die Durchquerung des Kanals gestellt. Beide „Schuldigen“ werden zunächst versuchen, sich einen Überblick über die Gemengelage zu verschaffen. Die Höhe der Schadensansprüche ist daher noch sehr schwer zu prognostizieren.

Trotz guter Anzeichen aus China und den USA: OPEC+ will Kürzungen beibehalten

Gute Nachrichten gibt es allerdings bei der Ölnachfrage. Vor allem die Daten aus China und den USA scheinen vernünftig. Im Reich der Mitte sind die Einkaufsmanagerindizes im März spürbar gestiegen und die Ölnachfrage wächst stetig. In den Staaten sind die Rohölbestände nach Angaben des API überraschend gestiegen. Ein Zeichen für eine positive Nachfrageentwicklung in den USA sind jedoch die sinkenden Benzinbestände. Die Situation auf dem europäischen Markt bleibt hingegen angespannt. Dort regiert nach wie vor Corona die Nachfragelage. Lockdown Maßnahmen und ein erneutes Hin und Her um das Vakzin AstraZeneca, das nun doch in einigen Bundesländern Deutschlands für unter 60-jährige verboten wurde, belasten die Nachfrage.

Wie bereits angedeutet tendiert die OPEC+ auch aufgrund der unsicheren Lage in Europa zunächst dazu, die Produktionskürzungen beizubehalten und korrigierte dementsprechend seine Nachfrageprognose nach unten. Durch die gestrige JTC-Sitzung wurde bekannt, dass Saudi-Arabien die aktuelle Kürzung von 8 Mio. B/T weiter begrüßen würde. Auch Russland sei wohl mit an Bord, hoffe aber insgeheim erneut kleine Ausnahmeerhöhungen gewährt zu bekommen. Die finalen Ergebnisse werden am morgigen Donnerstag, 1. April, nach der großen OPEC+-Konferenz erwartet.

 

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