Roh- und Heizölpreise setzen Seitwärtsbewegung fort

Im Spannungsfeld zwischen niedrigen US-Ölvorräten und voraussichtlicher Produktionssteigerung der OPEC+ besteht wenig Bewegungsspielraum für die Ölpreise.

 

Seitwärts ist die Bewegungsrichtung, die seit zwei Wochen die Terminbörsen beherrscht. Während sich die Heizölpreise konstant im Bereich ihrer Dreiwochentiefs bewegen, halten sich die Rohölpreise auf Viermonatshochs. Gestützt wurden die Futures von dem deutlich verknappten Ölangebot. Im Mai haben die Produzenten der OPEC+ begonnen, ihren Output um 9,7 Millionen Barrel zu drosseln. Die Einhaltungsquote lag zuletzt bei 107 Prozent. Dass die Kürzungsmaßnahmen Wirkung zeigen, war auch am dieswöchigen Bestandsbericht des American Petroleum Institute (API) abzulesen. Demnach sind die US-weiten Rohölvorräte in der Berichtswoche um 8,3 Millionen Barrel eingebrochen. Auch die US-Benzinbestände seien stärker zurückgegangen als erwartet. Marktteilnehmer schlussfolgern hieraus einen Anstieg der Nachfrage und einen spürbaren Rückgang der US-Ölimporte. Eine Neuigkeit aus OPEC+-Kreisen versetzte den Rohölpreisen gestern allerdings einen kleinen Dämpfer. Das Joint Ministerial Monitoring Committee (JMMC) der OPEC sprach die Empfehlung aus, die Produktion im nächsten Monat wieder anzukurbeln. Nach Analyse von Marktentwicklung und Kürzungsquoten sprach sich das JMMC dafür aus, den Output ab August nur noch um 7,7 Millionen Barrel pro Tag zu drosseln. Dennoch verharren die Rohöl-Futures am Morgen im Bereich ihrer Viermonatshochs. Hierfür sorgt der gestrige Bestandsbericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE), der sogar noch bullisher ausfällt als der vorangegangene Report des API.

DOE verzeichnet Rückgang gesamter US-Ölvorräte

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Ölvorräte kategorieübergreifend verkleinert worden. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Wochenbericht des DOE hervor. Meldete das API am Dienstagabend einen Rückgang der US-Rohölvorräte um 8,3 Millionen Barrel, sind die Abbauten offenbar nicht ganz so hoch ausgefallen. Das DOE geht von einer Bestandsverkleinerung um 7,5 Millionen Barrel aus. Auch bei der Entwicklung der Benzinvorräte bleibt das DOE etwas hinter dem API zurück. Nicht um 3,6 Millionen Barrel, sondern nur um 3,1 Millionen Barrel seien die US-Benzinbestände zurückgegangen. Eine bullishe Überraschung hält das DOE bei den Destillaten bereit. Hier rechnete das API mit einem Anstieg der Bestände um drei Millionen Barrel. Laut DOE sind die Vorräte an Destillaten jedoch um 450.000 Barrel abgebaut worden. Mit Abbauten in allen Kategorien ist der DOE-Report insgesamt bullish zu interpretieren.

Im Blick behalten werden Marktteilnehmer in den nächsten Wochen, welchen Effekt die Produktionssteigerung der OPEC+ auf die Versorgungslage haben wird. Anleger und Analysten vermuten, die Steigerung könnte verpuffen. Voraussetzung ist, dass einzelne OPEC-Mitglieder ihre Mehrproduktion der Vormonate wie angekündigt vollständig kompensieren. Im Spannungsfeld zwischen Produktionssteigerung und niedrigen US-Ölvorräten bewegen sich die Rohölpreise am Morgen seitwärts. WTI wird bei 40,88 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 43,58 US-Dollar. Vor knapp einer Woche sind die Heizölpreise unter die Marke von 48 Euro gerutscht. Seitdem orientieren sie sich im Bereich der 47 Euro seitwärts. Im Vergleich zum Vortag klettern die Heizölpreise heute um durchschnittlich 60 Cent. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl damit aktuell 47,64 Euro.

 

 

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