Roh- und Heizölpreise starten Woche mit Abwärtsbewegung

Am Montagmorgen wird die wochenlange Seitwärtsbewegung an den Terminbörsen unterbrochen und die Rohölpreise fallen von ihren Viermonatshochs.

 

Im Bereich ihrer Viermonatshochs sind die Rohölpreise vor wenigen Tagen ins Wochenende gegangen. Damit setzte sich in der vergangenen Handelswoche der Trend fort, der sich auch in den Vorwochen abgezeichnet hat. Bereits seit mehr als drei Wochen besteht an den Terminbörsen wenig Bewegungsspielraum für die Rohöl-Futures. WTI orientiert sich oberhalb von 40 US-Dollar seitwärts, während bei Brent das Aufwärtspotenzial knapp oberhalb der 43 US-Dollar ausgereizt scheint. Nach ihrem historischen Einbruch im Frühjahr haben die Rohölpreise somit zurück auf ihre Vorkrisenniveaus gefunden. Dennoch bleibt die Pandemie bis heute als preisbelastender Faktor im Marktfokus. Hatten Anleger und Analysten ursprünglich mit einer raschen Erholung der Ölnachfrage gerechnet, hinterlassen wiederkehrende Lockdowns und Einschränkungen ihre Spuren. Hier ist der Blick insbesondere auf die Länder mit dem weltweit größten Ölbedarf gerichtet, also die USA, China und Indien. Zwar wurden am Wochenende keine Rekordzahlen bei den verzeichneten Corona-Neuinfektionen gemeldet. Doch weiterhin ist eine nachhaltige Erholung von Weltwirtschaft und Ölnachfrage bei regionalen Lockdowns nicht möglich. Unverändert bestimmt das Spannungsfeld zwischen Produktionskürzungen der OPEC+ und schleppender wirtschaftlicher Erholung das Marktgeschehen.

Russland sieht Preisniveau gefestigt

Ungeachtet möglicherweise bevorstehender Produktionssteigerungen erwartet Russlands Energieminister in nächster Zeit keine bedeutenden Preisschwankungen. Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtet, hält Energieminister Alexander Nowak die Preissituation für ausgeglichen und stabil. Sollte die Gruppe der OPEC+ ihre Kürzungsmaßnahmen lockern, würden sich die internationalen Ölpreise daher nicht merklich verändern. In einer Bewegungsspanne von 40 bis 43 US-Dollar ist das Preisniveau laut Nowak ausbalanciert. Das Joint Ministerial Monitoring Committee (JMMC) hatte den Produzenten der OPEC+ in der vergangenen Woche empfohlen, ihren Output ab August etwas zu steigern. Das JMMC hält Produktionskürzungen um bis zu 7,7 Millionen Barrel pro Tag für angemessen. Noch bis Ende Juli kürzen die OPEC+ ihren Output um 9,6 Millionen Barrel pro Tag.

Zuversicht weckt die Einschätzung Nowaks unter Marktteilnehmern allerdings nicht. Vielmehr setzt sich zu Wochenbeginn die Verunsicherung angesichts der anhaltenden Pandemiesituation durch. Am Morgen orientieren sich die Rohölpreise klar abwärts. Mehr als dreißig Cent haben die Referenzsorten in den ersten Handelsstunden bereits verloren. WTI wird bei 40,21 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 42,79 US-Dollar. Die Heizölpreise sind am Wochenende auf ihr Siebenwochentief gefallen. Erstmals seit Anfang Juni bewegen sich die Preise hierzulande unterhalb von 47 Euro. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 46,56 Euro.

 

 

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