Rohölpreise am Morgen mit erneuter Abwärtstendenz

Spannungen zwischen den USA und China belasten am Morgen die Marktstimmung. Im Fokus stehen Gebietsansprüche Chinas im Südchinesischen Meer.

 

Zu Wochenstart konnten die Rohölpreise ihre Viermonatshochs gestern noch halten. WTI beendete den Handelstag weit oberhalb der 40 US-Dollar. Die Nordseesorte Brent kostete zu Handelsschluss etwas mehr als 43 US-Dollar pro Barrel. Der Dienstagmorgen beginnt für die Referenzsorten einen US-Dollar unterhalb ihrer gestrigen Schlusskurse. Und es geht weiter abwärts. In den ersten Handelsstunden haben die Rohöl-Futures ungefähr 30 Cent auf ihre Eröffnungskurse verloren. An den Terminbörsen wirkt nach, dass die OPEC+ ihren Output ab August voraussichtlich steigern werden. Kürzten die Kooperationspartner ihre Produktion seit Mai um 9,7 Millionen Barrel pro Tag, erwägt man ab nächstem Monat eine Produktionssteigerung. Als wahrscheinlich gilt die Anhebung des Outputs um zwei Millionen Barrel pro Tag. Doch nicht alle am Abkommen beteiligten Produzenten werden ihre Produktion ankurbeln können. Einige haben erklärt, zunächst ihre Mehrproduktion aus den Vormonaten auszugleichen. Anleger und Analysten gehen daher davon aus, dass eine Produktionssteigerung keinen unmittelbar spürbaren Effekt auf die Versorgungslage haben wird. Diese Einschätzung ist jedoch stark abhängig von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie.

US-Ölförderung nimmt Kurs auf Zweijahrestief

Unverkennbare Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die US-Förderaktivität. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Monatsbericht der Energy Information Administration (EIA) hervor. Die Statistikabteilung des US-Energieministeriums erwartet für August einen erneuten Rückgang der US-Ölförderung. Demnach werden die USA im nächsten Monat so wenig Öl fördern wie zuletzt vor zwei Jahren. Im Monatsverlauf werde die Produktion um 56.000 Barrel pro Tag fallen. Laut EIA ist für August eine Tagesproduktion von 7,49 Millionen Barrel pro Tag zu erwarten. Insbesondere in Texas und New Mexico sei ein Einbruch der Förderung wahrscheinlich. Dementgegen wird die Produktion in den US-Bundesstaaten North Dakota und Montana voraussichtlich steigen.

USA weisen Chinas Gebietsansprüche zurück

Mit Militärmanövern im Südchinesischen Meer hat sich das angespannte Verhältnis zwischen den USA und China zuletzt zugespitzt. Anfang Juli hatten die USA mit dem Flugzeugträger „Ronald Reagan“ und Kampfjets Übungen im Südchinesischen Meer durchgeführt. Zur gleichen Zeit und in Sichtweite hatte auch China dort Militärübungen abgehalten. Während die USA in ihrem Manöver ein Zeichen der Entschlossenheit sahen, kritisierte China die militärische Aktivität der USA als Machtdemonstration. Jetzt weist die US-Regierung die Gebietsansprüche Chinas im Südchinesischen Meer zurück. US-Außenminister Mike Pompeo erklärte, Chinas Ansprüche seien „rechtswidrig“. Man werde China „nicht erlauben, das Südchinesische Meer als maritimes Herrschaftsgebiet zu behandeln.“

Der Handelsstreit, die Corona-Pandemie und die Entwicklungen in Hongkong haben die Spannungen zwischen den USA und China in den vergangenen Monaten bereits verstärkt. Die Sorge vor dem Wiederaufflammen der Handelsstreitigkeiten ist heute auch an den Terminbörsen spürbar. Am Morgen orientieren sich die Rohölpreise abwärts. WTI wird bei 39,35 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 42,00 US-Dollar. Die Heizölpreise unterbrechen ihren einmonatigen Seitwärtstrend auch heute nicht. Haben sie sich im Juni zunächst zwischen 48 und 50 Euro bewegt, rutschten sie vor einigen Tagen in den Bereich der 47 Euro. Im Vergleich zum Vortag bleiben die Heizölpreise nahezu unverändert. Um durchschnittlich zwanzig Cent legen sie hierzulande heute zu. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 47,70 Euro.

 

 

Die mobene Unternehmensgruppe