Rohölpreise beenden September mit Verlusten

Um mehrere US-Dollar haben die Preise der Referenzsorten im Laufe des Septembers nachgegeben. Die Pandemie bestimmt weiterhin das Marktgeschehen.

 

Während der Sommermonate war es ruhig an den Terminbörsen. Die Rohölpreise bewegten sich kaum, sondern orientierten sich im Bereich ihrer Dreimonatshochs verhalten seitwärts. Aufwärts- und Abwärtspotenzial wurden von der durchwachsenen Impulslage eingebremst. Das Spannungsfeld zwischen der Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff und der anhaltend schwachen Ölnachfrage hielt die Ölpreise monatelang im Seitwärtstrend. Mit Beginn des Septembers änderte sich die Bewegungsrichtung an den Rohstoffbörsen erstmals seit Monaten wieder. Auf die Seitwärtsorientierung folgte ein Einbruch um fünf bis sechs US-Dollar. Zwischenzeitlich legten die Rohöl-Futures zwar wieder um etwa vier US-Dollar zu. Doch beenden werden die Rohölpreise den September voraussichtlich vier bis fünf US-Dollar unterhalb ihrer Niveaus vom Monatsbeginn. Dass die Referenzsorten WTI und Brent den Monat mit deutlichen Verlusten abschließen werden, ist insbesondere auf die Sorge vor einem Überangebot zurückzuführen. Während kontinuierliche Produktionssteigerungen der OPEC+ in Aussicht stehen, bleibt die Nachfrage weiterhin hinter ihren Vorjahresniveaus zurück.

API meldet unerwarteten Rückgang der US-Rohölvorräte

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Vorräte an Rohöl verkleinert worden, während die landesweiten Benzinbestände ausgebaut worden sind. Das geht aus den gestern Abend bekannt gewordenen Einschätzungen des American Petroleum Institute (API) hervor. Analysten waren im Vorfeld von einem Anstieg der Rohölvorräte um mehr als ein Million Barrel ausgegangen. Das API hat allerdings einen Rückgang der Bestände um 800.000 Barrel verzeichnet. Während die überraschenden Abbauten bei den Rohölvorräten positiv aufgenommen werden, sorgt die Entwicklung der Benzinbestände für einen Dämpfer. Das API geht davon aus, dass die US-weiten Vorräte an Benzin zuletzt um 1,6 Millionen Barrel gewachsen sind. Nach den in der Vorwoche gemeldeten Abbauten um mehr als sieben Millionen Barrel wirkt diese Meldung klar bearish. Mit dem unerwarteten Rückgang der Rohölvorräte bei parallelem Ausbau der Benzinbestände fällt der API-Report durchwachsen aus. Marktteilnehmer warten daher auf den Vergleichsreport des US-Energieministeriums, der am Nachmittag veröffentlicht wird.

Pandemie lässt Saudi-Arabiens Wirtschaft schrumpfen

Im zweiten Quartal ist die Wirtschaftsleistung Saudi-Arabiens zurückgegangen. Um sieben Prozent ist die Wirtschaft des OPEC-Mitglieds im zweiten Quartal eingebrochen, wie das saudi-arabische Statistikamt heute bekannt gab. Besonders betroffen sind der Privatsektor mit einem Rückgang um 10,1 Prozent und der Nicht-Öl-Sektor mit einem Einbruch um 8,2 Prozent. Im Ölsektor waren laut Statistikamt indes Einbußen um 5,3 Prozent zu verzeichnen.

Die Daten aus Saudi-Arabien verdeutlichen den Effekt der Pandemie auf diverse Wirtschaftssektoren. Entsprechend bestimmt die pandemiebedingte Unsicherheit weiterhin das Marktgeschehen. Für zusätzliche Unruhe sorgt heute das TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden, die sich wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl einen Schlagabtausch lieferten. Die Rohölpreise bewegen sich am Morgen seitwärts. WTI wird bei 39,05 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 40,76 US-Dollar. Die Heizölpreise verharren auch heute in ihrem Seitwärtstrend. Gleich nach Septemberbeginn sind sie hierzulande auf neue Mehrjahrestiefs gefallen. Seitdem bewegen sich die Heizölpreise konstant zwischen 41 und 43 Euro. Auf niedrigem Niveau ist ihr Bewegungsspielraum somit gering. Im Vergleich zum Vortag geben die Preise geringfügig nach und liegen nur noch knapp oberhalb der 42-Euro-Marke. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 42,06 Euro.

 

 

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