Rohölpreise behalten Dreiwochenhochs am Morgen bei

Ohne Überraschungen blieben in dieser Woche die Bestandsberichte aus den USA. Im Marktfokus stehen Produktionsausfälle in Norwegen und in den USA.

 

Auf Dreiwochenhochs sind die Rohölpreise im Laufe dieser Woche geklettert. Zum ersten Mal seit Mitte September nahm WTI die 40 US-Dollar ins Visier, während Brent oberhalb von 42 US-Dollar gehandelt wurde. Im Bereich dieser Hochs verharren die Rohöl-Futures seit Dienstag. Während ihnen die gestoppten Verhandlungen um ein weiteres US-Konjunkturpaket zwischenzeitlich einen Dämpfer verpassten, wirken ungeplante Produktionsunterbrechungen preisstützend. Denn in Norwegen halten die Ende September gestarteten Streiks in der Ölindustrie an. Bislang musste die norwegische Ölproduktion streikbedingt bereits um 330.000 Barrel pro Tag zurückgefahren werden. Sollten die Lohnverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften in den nächsten Tagen keine Fortschritte machen, könnte der Output noch stärker einbrechen. Für den 10. Oktober haben die Gewerkschaften eine Verschärfung der Streikmaßnahmen angekündigt. Auch im Golf von Mexiko wird die Ölproduktion derzeit stark eingeschränkt. Auslöser ist dort allerdings der Hurrikan „Delta“.

Produktion im Golf von Mexiko bereits eingebrochen

Mit Evakuierungen von Ölplattformen und Produktionsstopps bereitet man sich im Golf von Mexiko seit einigen Tagen auf den herannahenden Hurrikan „Delta“ vor. Binnen kurzer Zeit wurde die Tagesproduktion um etwa 30 Prozent gedrosselt. Inzwischen wurde die Ölproduktion im Golf von Mexiko um 80 Prozent zurückgefahren. Denn nachdem Hurrikan „Delta“ an der Yucatan-Halbinsel vorbeigezogen ist, hat er den Golf von Mexiko nun erreicht. Eingestuft wird „Delta“ als Hurrikan der niedrigsten Kategorie 1. Meteorologen erwarten in den nächsten Tagen allerdings eine Intensivierung des Hurrikans auf Kategorie 3. Mit dieser Intensität wird er demnach über die Produktionsanlagen im Golf von Mexiko hinwegziehen und an der Küste Louisianas auf US-Festland treffen. Während die Produktion durch „Delta“ bereits um mindestens 1,5 Millionen Barrel pro Tag eingebrochen ist, ist auch mit Auswirkungen auf den Raffineriebetrieb in den betroffenen Küstenregionen zu rechnen. An den Terminbörsen wird die deutliche Produktionsunterbrechung bullish interpretiert.

US-Energieministerium meldet Ausbau der Rohölvorräte

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Rohölbestände gewachsen, während die Vorräte an Benzin und Destillaten zurückgegangen sind. Das geht aus dem gestern Nachmittag veröffentlichten Wochenbericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) hervor. Damit bestätigt sowohl das DOE als auch das American Petroleum Institute (API) die vorangegangenen Prognosen von Analysten. Meldete das API zuvor einen Anstieg der US-Rohölvorräte um eine Million Barrel, geht das DOE lediglich von einem Zuwachs um 500.000 Barrel aus. Aktuell befinden sich die US-weiten Rohölbestände demnach 12 Prozent über ihrem Fünfjahresdurchschnitt. Auf vergleichsweise niedrigem Niveau bewegen sich indes die Benzinvorräte, die laut DOE zuletzt um 1,4 Millionen Barrel verkleinert worden sind. Sie lägen derzeit genau im Fünfjahresdurchschnitt. Mit dieser Einschätzung übertrifft das DOE die vorangegangenen von API und Analysten, die von einem Rückgang um maximal 900.000 Barrel ausgegangen waren. Ebenfalls gesunken sind dem DOE zufolge die Bestände an Destillaten, die um eine Million Barrel abgenommen hätten. Dennoch lägen sie 23 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt.

Die dieswöchigen Bestandsberichte von API und DOE decken sich in der Tendenz und entsprechen zudem beide den Prognosen von Analysten. Sie enthalten somit keine überraschenden Aspekte und setzen daher keinen richtungsweisenden Impuls. Am Donnerstagmorgen konzentrieren sich Marktteilnehmer vielmehr auf die streik- und wetterbedingten Produktionsunterbrechungen. Die Preise der Referenzsorten WTI und Brent haben entsprechend bereits etwa 40 Cent auf ihre heutigen Eröffnungskurse gewonnen. WTI wird bei 40,44 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 42,56 US-Dollar. Zur Wochenmitte sind die Heizölpreise gestern auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Wochen geklettert. Erstmals seit Mitte September lagen sie hierzulande so deutlich oberhalb von 42 Euro. Heute rutschen die Heizölpreise allerdings direkt wieder unter diese Schwelle. Im Vergleich zum Vortag geben sie um durchschnittlich 60 Cent nach. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 41,81 Euro.

 

 

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