Rohölpreise fallen nach DOE-Report auf Julitiefs

Deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt liegen in den USA derzeit die Vorräte an Rohöl und Destillaten, wie das US-Energieministerium gestern bekannt gab.

 

Mehrere Tage lang konnten sich die Rohölpreise auf Viermonatshochs halten. WTI bewegte sich auf die 41 US-Dollar zu, während Brent im Bereich der 43 US-Dollar gehandelt wurde. Angesichts disziplinierter Produktionskürzungen der OPEC+ überwog an den Terminbörsen der Optimismus. Zwischenzeitlich gerieten zuvor besorgniserregende Corona-Neuinfektionszahlen in den Hintergrund. Für einen ersten Dämpfer sorgte am Dienstagabend der Wochenbericht des American Petroleum Institute (API). Zwar meldete das API Abbauten in den Produktkategorien. Doch die US-weiten Rohölvorräte sollen in der Vorwoche um zwei Millionen Barrel gewachsen sein. Erstmals seit Anfang Mai haben dem API zufolge auch die Bestände im zentralen Lagerort Cushing zugelegt. Gestern Nachmittag zog das US-amerikanische Department of Energy (DOE) mit seinem Bestandsreport nach. Fiel der API-Bericht insgesamt neutral aus, interpretieren Marktteilnehmer den Vergleichsreport des DOE klar bearish.

DOE meldet deutlichen Ausbau der US-Rohölvorräte

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Bestände an Rohöl und Destillaten gewachsen, während die Benzinvorräte verkleinert worden sind. Das geht aus dem gestern Nachmittag veröffentlichten Bestandsbericht des DOE hervor. Ging das API noch von einem Anstieg der US-Rohölvorräte um zwei Millionen Barrel aus, war laut DOE ein Anstieg um 5,7 Millionen Barrel zu verzeichnen. Damit lägen die Rohölbestände etwa 18 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt. Ein noch deutlicherer Überschuss im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich bei den Destillaten. Hier seien die Bestände um 3,1 Millionen Barrel gewachsen. Laut DOE befinden sie sich 27 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt. Einzig die US-Benzinvorräte seien gesunken, in der Berichtswoche um 4,8 Millionen Barrel. Zwar spricht diese Entwicklung für einen Nachfrageschub. Doch nach Einschätzung des DOE bleibt die Produktnachfrage weiterhin spürbar hinter ihrem Vorjahresniveau zurück. In den USA würden derzeit 15,1 Prozent weniger Ölprodukte nachgefragt als noch im vergangenen Jahr.

Chinesische Raffinerien fahren Ölverarbeitung zurück

Rekordzahlen in der chinesischen Raffinerieauslastung haben das zweite Quartal geprägt. Von April bis Juni haben insbesondere die unabhängigen Raffineriebetreiber in China ihre Ölverarbeitung angekurbelt. Sie nutzten niedrige Ölpreise, um die nach Ende der ersten Lockdown-Phase steigende Ölnachfrage bedienen zu können. Die jüngste Stabilisierung der Rohölpreise oberhalb der 40-US-Dollar-Marke hat die Rekordauslastung allerdings ausgebremst. Medienberichten zufolge werden die unabhängigen Raffinerien in der Region Shandong ihren Output zurückfahren. Wurden im Mai noch 2,3 Millionen Barrel pro Tag verarbeitet, sollen es im Juli und August nur noch 1,9 Millionen Barrel pro Tag sein.

In Kombination mit steigenden Corona-Infektionszahlen in den USA wirken der DOE-Bericht und Chinas Produktionszahlen bearish. Entsprechend deutlich haben die Rohölpreise heute im Tagesverlauf nachgegeben. Um mehr als einen US-Dollar sind die Preise im Laufe des Handelstages abgesackt. WTI wird bei 39,45 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 42,22 US-Dollar. Die Heizölpreise befinden sich inzwischen seit einem Monat im Seitwärtstrend. Seit Anfang Juni geht es für sie hierzulande nicht unter die 48 Euro, während die 50-Euro-Marke nicht überschritten wird. Dieser Bewegungsspielraum bleibt den Heizölpreisen auch heute. Im Vergleich zum Vortag sind sie unverändert und liegen knapp oberhalb der 48 Euro. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 48,08 Euro.

 

 

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