Rohölpreise fallen zurück auf Dreimonatstiefs

Unaufhaltsam scheint die aktuelle Abwärtsbewegung der Rohölpreise. Um fünf US-Dollar sind sie in den vergangenen Tagen bereits gefallen.

 

Seit Monatsbeginn befinden sich die Rohölpreise im freien Fall. Startete WTI bei fast 43 US-Dollar in den September, wird das US-Rohöl inzwischen bei weniger als 38 US-Dollar gehandelt. Der Preis für die Nordseesorte Brent sackte innerhalb der vergangenen sieben Tage ebenfalls um mehr als fünf US-Dollar ab. Ausgelöst wurde der Preiseinbruch von einer Stabilisierung der Versorgungssituation bei weiterhin schwachen Nachfrageaussichten. Waren zwischenzeitlich mehr als 80 Prozent der Produktion im Golf von Mexiko stillgelegt, liegt das Produktionsniveau mittlerweile nur noch neun Prozent unter dem üblichen. Die Angebotsverknappung war damit nur von kurzer Dauer. Gleichzeitig besteht unter Marktteilnehmern wenig Hoffnung auf eine rasche Erholung der weltweiten Ölnachfrage. Am Dienstag sorgt die Wahlkampfrhetorik des US-Präsidenten für einen zusätzlichen Dämpfer an den Terminbörsen.

Donald Trump betont Unabhängigkeit von China

Den gestrigen US-Feiertag Labor Day nahm US-Präsident Donald Trump zum Anlass, sich im laufenden Wahlkampf klar zu positionieren. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte er insbesondere das Verhältnis zwischen den USA und China heraus. Trump betonte, er werde die Abhängigkeit von China beenden und die USA in der Produktion zur weltweiten Supermacht machen. Auf China könne man sich nicht verlassen. Trump zufolge ist eine Einschränkung oder vollständige Entkopplung der Wirtschaftsbeziehungen beider Länder möglich. Auch Sanktionen gegen Unternehmen, die eine Zusammenarbeit fördern, brachte er ins Spiel. Präsidentschaftskandidat Joe Biden schlug China gegenüber einen milderen Ton an. Trumps Worte werden daher vorrangig als Wahlkampfrhetorik gewertet. Details zur Umsetzung etwaiger Zölle und Sanktionen nannte er nicht.

Russland hält Kürzungsvorgabe zu fast 100% ein

Im August hat Russland seinen Teil des Kürzungsabkommens der OPEC+ zu fast 100 Prozent eingehalten. Das erklärte der russische Energieminister Alexander Nowak in einem Interview. Russland befinde sich wie immer nahe an der Einhundertprozentmarke. Allerdings empfahl Nowak, die offizielle Bewertung der OPEC+ abzuwarten. Am 17. September steht das nächste Treffen der am Abkommen beteiligten Produzenten an. Dort wird man über künftige Maßnahmen und den Umgang mit bislang nicht kürzungskonformen Produzenten beraten.

Die Stimmung an den Terminbörsen bleibt heute bearish. Auf Dreimonatstiefs bewegen sich die Referenzsorten derzeit abwärts. WTI wird bei 37,67 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 40,60 US-Dollar. In der vergangenen Woche sind die deutschlandweiten Heizölpreise auf neue Mehrjahrestiefs gefallen. Am Wochenende legten sie direkt um etwa einen Euro zu und hielten dieses Niveau zum Wochenstart. Heute fallen die Heizölpreise zurück auf ihre Tiefs aus der Vorwoche. Erstmals seit Jahren liegen sie hierzulande nur knapp oberhalb der 42-Euro-Schwelle. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 42,10 Euro.

 

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