Rohölpreise nach API-Report mit Aufwärtstendenz

Überrascht wurden Marktteilnehmer gestern vom API-Wochenbericht, der einen unerwarteten Rückgang der US-Rohölvorräte enthielt.

 

Der bevorstehende Monatswechsel steht derzeit im Marktfokus. Grund ist die angekündigte Produktionssteigerung der OPEC+. Ab August werden die Produzenten ihren Output nicht wie bislang um 9,6 Millionen Barrel pro Tag kürzen, sondern nur noch um 7,7 Millionen Barrel pro Tag. Saudi-Arabien und Russland haben bereits betont, die zusätzlichen zwei Millionen Barrel pro Tag würden nicht für Exporte genutzt, sondern für die Deckung des inländischen Bedarfs benötigt. Dennoch blieben Marktteilnehmer zuletzt skeptisch, blickten insbesondere auf die weiterhin pandemiebedingt geschwächte Nachfrage. Der jüngste Wochenreport des American Petroleum Institute (API) zeichnet allerdings ein anderes Bild. Hatten Analysten mit stagnierenden US-Rohölvorräten gerechnet, meldete das API gestern einen deutlichen und überraschenden Einbruch der Vorräte.

Rohölvorräte laut API eingebrochen

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Rohölvorräte verkleinert worden, während bei den Produktbeständen Aufbauten zu verzeichnen waren. Das geht aus dem gestern Abend bekannt gewordenen Wochenbericht des API hervor. Im Vorfeld hatten Analysten keine Veränderung der Rohölvorräte prognostiziert, sie sollten auf ihrem Vorwochenniveau verharren. Das API meldete gestern allerdings einen Rückgang der US-weiten Bestände an Rohöl um 6,8 Millionen Barrel. Dem entgegen fiel die Einschätzung in den Produktkategorien bearish aus. Analysten waren davon ausgegangen, dass die Produktbestände zumindest geringfügig abgebaut werden. Doch das API hat einen Anstieg der Vorräte an Mitteldestillaten um 200.000 Barrel verzeichnet. Die Benzinbestände seien um 1,1 Millionen Barrel gewachsen. Insgesamt ist der API-Report damit neutral zu interpretieren. Entsprechend unbeeindruckt zeigten sich Marktteilnehmer am Morgen von den Daten. Doch im Laufe des Vormittags setzt sich der stützende Einfluss der überraschend verkleinerten Rohölvorräte durch. Abzuwarten bleibt nun der Vergleichsbericht des US-Energieministeriums, der am Nachmittag veröffentlicht wird.

USA mit niedrigem Kraftstoffverbrauch

Die weltweite Corona-Krise hat die Ölnachfrage in den vergangenen Monaten einbrechen lassen. Bis heute liegt der Bedarf weit hinter dem Vorjahresniveau zurück. In den USA blicken Marktteilnehmer mit entsprechender Sorge auf die jüngste Entwicklung der Kraftstoffvorräte und -nachfrage. Das US-Energieministerium hat in den Vorwochen stets von einem Rückgang des US-weiten Benzinverbrauchs berichtet. Zuletzt wurden 8,55 Millionen Barrel pro Tag nachgefragt. Im Vorjahr waren es noch 9,56 Millionen Barrel pro Tag. Trotz Nachfragesorgen und bevorstehender Produktionssteigerung ist die Marktstimmung heute leicht bullish. Die Rohölpreise orientieren sich im Bereich ihrer Viermonatshochs aufwärts. WTI wird bei 41,44 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 43,73 US-Dollar. Nach mehrwöchiger Seitwärtsbewegung zeichnet sich bei den Heizölpreisen derzeit eine Abwärtstendenz ab. Innerhalb der vergangenen sieben Tagen haben die Preise hierzulande um etwa 1,50 Euro nachgegeben. Damit liegen die Preise auf dem niedrigsten Stand seit Anfang Juni, also seit ungefähr acht Wochen. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 46,27 Euro.

 

 

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