Rohölpreise setzen Aufwärtsbewegung am Morgen fort

Auf den niedrigsten Stand seit fast dreißig Jahren ist die OPEC-Produktion im Juni gefallen, was für eine hohe Einhaltung der Kürzungsvorgaben spricht.

 

Im Bereich ihrer Dreieinhalbmonatshochs haben die Rohölpreise auch den gestrigen Tag abgeschlossen. Das Spannungsfeld zwischen der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung von der Corona-Krise und der Angst vor einer zweiten Infektionswelle mit einschneidenden Folgen hält die Preise seit mehr als einer Woche auf diesem Niveau. US-Immunologe Anthony Fauci und OPEC-Generalsekretär Mohammed Barkindo dämpften die Stimmung in den vergangenen Tagen etwas. Fauci mahnte eindringlich zur Einhaltung von Regeln und Lockdowns, um die derzeitige Corona-Entwicklung in den USA zu stoppen. Barkindo stellte Marktteilnehmer zudem darauf ein, dass sich der Ölmarkt voraussichtlich erst in einigen Jahren von der Krise erholt haben wird. Umso überraschender fielen die Bestandseinschätzungen des American Petroleum Institute (API) am Dienstagabend aus. Das API meldete einen starken Rückgang der US-weiten Rohölvorräte. Gestern Nachmittag folgte die offizielle Bestätigung durch das US-amerikanische Department of Energy (DOE).

Auch DOE verzeichnet deutlichen Bestandsabbau

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Vorräte an Rohöl und Destillaten gesunken, während die Benzinbestände zugelegt haben. Das geht aus dem gestern Abend veröffentlichten Wochenreport des DOE hervor. Bereits am Dienstagabend übertraf das API vorangegangene Analystenerwartungen deutlich und gab Abbauten der US-Rohölvorräte um 8,2 Millionen Barrel bekannt. Das DOE hat in der Berichtswoche einen ähnlich hohen Rückgang um 7,2 Millionen Barrel verzeichnet. Die unerwartet starken Abbauten sind insbesondere auf die Entwicklung der Ölimporte zurückzuführen. Zuletzt haben die USA 4,2 Millionen Barrel weniger importiert als noch in der Vorwoche. Auch im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Importaktivität. Die aktuellen Ölimporte liegen laut DOE 11,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Angesichts deutlich verkleinerter Rohölvorräte fallen die Produktbestände weniger ins Gewicht. Die Bestände an Destillaten sind um 600.000 Barrel gesunken, während die Benzinvorräte um 1,2 Millionen Barrel ausgebaut wurden.

OPEC-Produktion fällt auf 30-Jahrestief

Seit Anfang Mai kürzen die Ölproduzenten der OPEC+ ihren Output in Reaktion auf die Auswirkungen der Corona-Krise. Um 10,7 Millionen Barrel pro Tag reduzieren die Produzenten um Saudi-Arabien und Russland ihre Produktion. Im Zuge der Kürzungsmaßnahmen ist die OPEC-Produktion regelrecht eingebrochen. Laut einer Bloomberg-Umfrage befindet sie sich derzeit auf dem niedrigsten Stand seit 1991. Im Vergleich zum Vormonat haben die OPEC-Mitglieder ihren Output im Juni demnach um 1,93 Millionen Barrel zurückgefahren. Insgesamt hätte die OPEC täglich 22,69 Millionen Barrel produziert, so wenig wie zuletzt im Jahr 1991.

Das niedrige Produktionsniveau der OPEC treibt die Rohölpreise am Morgen auf neue Dreieinhalbmonatshochs. WTI wird bei 40,03 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 42,28 US-Dollar. Die Heizölpreise bleiben im Vergleich zum Vortag indes nahezu unverändert. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 49,10 Euro.

 

 

Die mobene Unternehmensgruppe